Verabschiedung von Hajo Wülfrath   

 

Geschenk „für unseren Freund“ dabei

Abschied Rektor Hans-Joachim Wülfrath geht in den Ruhestand – Auch Gäste aus Polen feiern mit


 
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Auch als „Shantychor HRS“ BILDer: claus stölting/Schule  

Es kam die Geschichte von der Flasche „Mariacron“. Sie zeigt: Wülfrath fand bei allem eine Lösung.

von Claus Stölting

 

Wiefelstede - Dass Hans-Joachim Wülfrath als Rektor der Haupt- und Realschule Wiefelstede bei allen Schwierigkeiten, die ein solches Amt mit sich bringt, in zwanzigeinhalb Jahren nie in eine Situation geraten war, in der er nicht mehr weiter wusste und in der die Verzweiflung entsprechend groß gewesen wäre, zeigt die Geschichte von der Flasche „Mariacron“.

Bei seinem Abschied in den Ruhestand, den er am Dienstagabend in der Mensa der Schule mit geladenen Gästen feierte, holte er jene nicht einmal halb gefüllte Flasche aus der Aktentasche, die sein Vorgänger Gerold Böhmer 1990 seinem Nachfolger im Schulleiterzimmer im Regal hinterlassen hatte – halbvoll. Er hatte immer dann einen kleinen Schluck aus dieser Flasche genommen, wenn wirklich alles einmal schief gelaufen war, hatte Wülfrath später erfahren. In den zwanzigeinhalb Jahren, in denen Wülfrath die Flasche „verwaltete“, wurde sie etwa zwei Finger breit geleert – und Wülfrath ist sich nicht sicher, ob damit nicht auch einmal eine Wunde desinfiziert worden war. Dieses „Stimmungsbarometer“ übergab Wülfrath nun an seinen Nachfolger Marc Brinkmann. Zur Verabschiedung war auch eine Delegation aus der polnische Partnergemeinde Chocz angereist. Und der Leiter des dortigen „Gymnasiums“, Krzysztof Wegner, überbrachte nicht nur ein Geschenk der Partnergemeinde „als Auszeichnung für Personen, die sich in besonderer Weise um die Gemeinde Chocz verdient gemacht haben“, sondern auch eine Uhr der Schule, deren Inschrift mit den Worten „Für unseren Freund . . .“ beginnt.

Es gab viele Reden: stellvertretender Bürgermeister Jörg Weden, Schulelternratsvorsitzende Nicole Hinrichs, der Leiter der Schule am Voßbarg in Rastede, Bernhard Schrape, die ehemalige Leiterin der Wiefelsteder Orientierungsstufe Helga Akkermann, Regierungsschuldirekor Reinhard Witte, der auch die Urkunde zum Abschied in den Ruhestand überreichte, Konrektor Eckard Klages: Alle fanden lobende Worte für Wülfrath. Witte erinnerte in diesem Zusammenhang an die Schulinspektion, die ihm als Schulleiter die Höchstnote 4 gegeben hatte. Wülfrath selbst war „sehr gerührt“ und zeigte sich „stolz, mit diesem Kollegium für die Wiefelsteder Schüler gearbeitet zu haben“. Kollegium und Mitarbeiter gingen für ihren scheidenden Rektor auch auf die Bühne und sangen – als „Shantychor HRS“. Und da Wülfrath so gern einmal einen Segeltörn auf einem Großsegler über die Ostsee machen möchte, gab es ein Präsent, das die Erfüllung dieses Traums erleichtern wird.

Am Mittwochmorgen holten die Klassensprecher der Schule Wülfrath zu Hause ab und fuhren mit ihm gemeinsam mit dem Rad zur Schule.