Die pädagogische Entwicklung der Haupt- und Realschule Wiefelstede
 

Als Anfang der siebziger Jahre im Zuge der organisatorischen und strukturellen Weiterentwicklung des niedersächsischen Schulwesens aus den so genannten Volksschulen neue, stärker gegliederte Einheiten wurden, sollte auch Wiefelstede einbezogen werden.
Die Grundschule sowie die Orientierungsstufe wurden zu selbstständigen Schulen. Gleichzeitig wurde von politischer und schulischer Seite ein differenziertes Bildungsangebot für die Jahrgnge 7 bis 10 gefordert. Am 1.8.1976 war es so weit: In der Hauptschule mit Realschulzweig wurden die ersten beiden Realschulklassen begrüßt.
Das folgende Jahrzehnt war geprägt durch einen rasch ansteigenden Schülerberg, der die Schule vor erhebliche Probleme stellte. Doch nicht nur die Schülerzahl verdoppelte sich nahezu, auch die Anzahl der Lehrkräfte wuchs von gut 20 auf weit über 40.
 Viele pädagogische Ideen erlebten in dieser stürmischen Anfangsphase der Schule ihre ersten praktischen Umsetzungen:
 - Aktive Pausengestaltung
 - Schülerbetreuung im Jugendhaus
 - Biogarten
 - Abschlussfeier
 - Praktikumsveranstaltungen
 - Skifahrten
 und vieles mehr.
Prägend für die Arbeit der Schule sind zwei Verschränkungen:
Einmal gibt es im Schulzentrum eine enge personelle und pädagogische Zusammenarbeit mit der Orientierungsstufe. Die Mehrzahl der Lehrkräfte arbeitet an beiden Schulen. Das fördert den fachlichen Austausch, das gegenseitige Verständnis und damit eine bessere pädagogische Begleitung der Schüler durch die Jahrgnge 5-10.
 Die Lehrkräfte fühlen sich nicht nur durch das gemeinsame Lehrerzimmer, das gemeinsam genutzte Gebäude und die gemeinsame Verwaltung als ein Kollegium des Schulzentrums.
Eine zweite Verschränkung ergibt sich beim Arbeitseinsatz der Lehrkräfte in der Haupt- und Realschule. Ob Realschullehrer, ob Hauptschullehrer: Jeder leistet dort seinen Dienst, wo er gebraucht wird.
Für Schüler und Lehrer war und ist dies eine Schule mit einem differenzierten Bildungsangebot dort, wo es für die Förderung und die Qualifizierung der Schüler notwendig und sinnvoll ist, und mit einer gemeinsamen Arbeit überall dort, wo es nur irgend möglich ist.
Anfang der neunziger Jahre sorgte ein reformierter Grundsatzerlass für neue pädagogische Impulse in der Schule. Das freiwillige 10. Schuljahr in der Hauptschule wurde eingeführt und hier zu einem Erfolgsmodell mit größter Akzeptanz. Da nun auch die Rahmenrichtlinien für die Hauptschule und die Realschule sich immer mehr annäherten, stand einer intensiven Zusammenarbeit der beiden Schulformen nichts mehr im Weg. Die Wahlpflichtkurse der Jahrgänge 9 und 10 wurden schulformbergreifend angeboten, sodass den Schülern ein attraktives, breit gefächertes Angebot gemacht werden konnte.
Der neue Grundsatzerlass von 1991 sah die Möglichkeit der Einführung einer alternativen Stundentafel vor. Drei Lehrkräfte der Hauptschule, Detlef Krüger, Eckard Klages und Arnold Schäfer, starteten 1992 mit dieser pädagogischen Neuerung, die gekennzeichnet ist durch eine projektorientierte Arbeitsweise in den Fachbereichen. Seither gehört zumindest in der Hauptschule der wöchentliche Projekttag des Klassenlehrers zu einem häufig praktizierten Unterricht.
Wie wird nun der weitere Weg dieser Schule aussehen?
Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung für den Standort Wiefelstede kam es in den Jahren 1999 und 2000 zu einer engen Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg. Das Gutachten der Fachleute für die Gemeinde Wiefelstede empfahl, dass man ein komplettes Bildungsangebot mit einem gymnasialen Schulzweig anstreben solle, um in der zukünftigen Schullandschaft bestehen zu knnen. Eine Arbeitsgruppe entwickelte eine Konzeption für eine "Schule für alle" - die "Kooperative Gesamtschule Wiefelstede". Die Planungen waren weit fortgeschritten, eine große Zustimmung aus der Elternschaft gesichert, als durch den Wechsel der Landesregierung im Februar des Jahres 2003 das Vorhaben abrupt zum Stillstand kam. Nun gilt es die Haupt- und Realschule Wiefelstede für die Jahrgnge 5 - 10 attraktiv auszugestalten, die sächlichen Bedingungen vor Ort gut zu nutzen für eine Qualitätsoffensive, die bei Eltern und Schülern breite Akzeptanz finden soll.


 

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