
Suchtprävention
Schüler und Schülerinnen zum Thema
Süchte
Nikotin-Sucht, ich-bin-ein-armes-Schwein-Sucht, Freß-Sucht, Sex-Sucht, Arbeits-Sucht, ich-rege-mich-so-gerne-auf-Sucht, ich-bin-so-leidend-Sucht, Konsum-Sucht, Fernseh-Sucht, Mager-Sucht, ich-muss-immer-der-Erste-sein-Sucht, Opium-Sucht, Methadon-Sucht, Süßigkeiten-Sucht, Fast Food-Sucht, Streit-Sucht, ich-bin-so-bescheiden-Sucht, Protz-Sucht, Rach-Sucht, Kontroll-Sucht, ich-bin-so-schön-Sucht, Putz-Sucht, Prahl-Sucht, ich-bin-der-Größte-Sucht, Tob-Sucht, Kokain-Sucht, Medikamenten-Sucht, Manager-Food-Sucht, Konsum-Sucht, Genuß-Sucht, Belehr-Sucht, Vergnügungs-Sucht, Herrsch-Sucht, Ohne-mich-läuft-nichts-Sucht, Hab-Sucht, Eifer-Sucht, Mich-liebt-keiner-Sucht, Heroin-Sucht, Profit-Sucht, Spiel-Sucht, Sehn-Sucht, ich-Sucht, ich-will-doch-nur-dein-Bestes-Sucht, Alkohol-Sucht, Co-Sucht, Haschisch-Sucht, Beziehungs-Sucht, ?????-
Soll der Staat das recht auf einen Rausch garantieren?
Der Staat sollte vielleicht etwas härter durchgreifen, z. B. keine Zigarettenautomaten aufstellen, Zigarettenwerbung sollte grundsätzlich verboten sein. Maike W.
Drogen wie Haschisch, Heroin und Kokain sollten auf keinen Fall freigegeben werden. Dadurch würde es sicherlich noch mehr Drogenabhängige geben. ich bin der Meinung, dass die Gesetze weiter verschärft werden müssten. Vor allem die großen Dealer müssten stärker verfolgt werden. Drogenabhängige zu verbannen ist keine Lösung. Es ist wichtig, dass für Drogenabhängige mehr Therapieplätze geschaffen werden müssten. Alkohol dürfte erst ab 21 Jahren verkauft werden und Zigaretten dürften nur in speziellen Tabakläden verkauft werden, die in Zweifelsfällen den Ausweis verlangen. Zigarettenautomaten müssen abgeschafft werden. Jede Werbung für Drogen aller Art muss verboten werden. Christian P.
Meiner jetzigen Meinung nach sollte jeder das recht auf einen eigenen Rausch haben, denn jeder Mensch ist für sich selber verantwortlich. Wenn man z.B. Haschisch legalisieren würde, könnte man eine Entkriminalisierung der Drogenszene erreichen. Der Markt könnte ‘gesprengt’ werden, indem man die Schwarzmarktpreise noch unterbietet. Steffen S.
Wenn man Zigarettenautomaten verbieten würde, würde das ein großes Chaos geben, weil viele dann durchdrehen würden. Sabine T.
Es sollte eigentlich jeder selber wissen, ob er Haschisch, Heroin oder Kokain nimmt. Die Jugendlichen, die noch nichts nehmen,, sollten probieren Clan zu bleiben. Wer erst einmal abhängig ist, kommt so schnell nicht wieder davon los.
Jeder der z.B. schon einmal geraucht hat, weiß, wie es ist. Ob es gut oder schlecht für ihn ist, muss jeder selber wissen. Janina J.
Man könnte Haschisch, Heroin und Kokain in kleinen Mengen und für bestimmte Zeitabschnitte verkaufen, den Zugang zu Alkohol erschweren und das Rauchen in geschlossenen Räumen verbieten, damit Nichtraucher nicht mitrauchen müssen. Drogenwerbung sollte überhaupt nicht erlaubt sein. Keiner sollte als Feigling dastehen, der zu Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen NEIN sagt.
Sabrina
Angenommen, man würde in Deutschland Haschisch in speziellen Coffeeshop verkaufen, so wie in Holland, dann würden dort sehr schnell auch härtere Drogen verkauft. Nach meiner Meinung ist Marihuana in kein extremes Rauschmittel.
ich bin sowohl mit dem Marihuanarausch als auch mit dem Alkoholrausch vertraut. ich meine das Alkohol in höheren Dosierungen um einiges unangenehmer wirkt als das Marihuana. Bei Ärzten gibt es sehr getrennte Meinungen zum Marihuanagebrauch. Hochangesehene Fachärzte behaupten, dass Marihuana bei vielen Krankheiten (Schnupfen, Husten, Zahnschmerzen, Rheuma usw.) als Heilmittel wirkt. Harte Drogen zu legalisieren halte ich für Schwachsinn.
Jeder Mensch sollte das Recht haben, sein Leben so zu gestalten, wie er Lust dazu hat. Wenn für ihn Drogen dazugehören, sollte er so viele Drogen nehmen, wie er will. Leute, die jeden Abend ihr Bier oder ihren Wein trinken,
nehmen, sich dieses Recht ja auch. Ich bin auch dagegen, wenn Drogenabhängige gegen ihren Willen zwangstherapiert werden. Das halte ich für völlig sinnlos.
Dennis G.
Ich denke, wenn man den Süchtigen den Zugang zu Drogen erleichtert, steigt die Kriminalität. Es wird immer mehr Süchtige geben, die immer mehr Drogen konsumieren wollen. Andererseits ist es problematisch, den Zugang zu Alkohol und Zigaretten zu erschweren. Die ca. Drei Millionen Drogenabhängigen würden sie notfalls auf kriminelle Art und Weise versuchen, ihren Alkoholbedarf zu decken. Einige würden sicherlich auch versuchen, sich ihren Kick mit Hilfe von anderen Drogen zu holen. Stephan T.
Ich finde jeder Mensch hat das Recht auf seinen eigenen Rausch, denn jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Ich finde Alkohol und Zigaretten sollten erst ab 18 Jahren verkauft werden. Die Verkäufer sollten auch nach dem Ausweis fragen. Viele fangen schon als Kinder an zu rauchen und zu trinken. Häufig nur um zu einer bestimmten Gruppe dazu zu gehören.
Haschisch, Heroin und Kokain sollte man erlauben. Was verboten ist, reizt besonders. Wenn Haschisch erlaubt währe, würden meiner Meinung nach weniger Jugendliche damit anfangen. Franke M
ich glaube, wenn man Haschisch, Heroin und Kokain freigibt, dann fangen noch mehr Leute, damit an. Die Drogenabhängigen sollten selber entscheiden, ob sie eine Therapie machen. Sie in Heime oder in Arbeitslager zu stecken, halte ich nun wirklich nicht für sinnvoll. Tanja W.
Zwei Fixer auf dem Weg...
Auf der Entgiftungsstation im Landeskrankenhaus Wehnen.
Mit Tom und Hans sprachen Frauke, Tanja und Eckard.
Tanja: Wie hat deine Drogenkarriere begonnen?
Hans: Klassische Karriere würde ich sagen. Alkohol, Haschisch, LSD,
dann kamen die harten Sachen. Mit 16 Jahren. An das harte Zeug bin ich erst später drangegangen, mit 23 Jahren.
Tanja: Warum?
Hans: Ich bin in die Szene irgendwie reingefallen durch Bekanntschaften;
und ich muss dazu sagen, ich habe einen Unfall gehabt, wo sich
meine berufliche Laufbahn noch nicht entschieden hatte, usw. und
dann hab ich durch diese Szenen gemerkt, wie man so schön sagt,
dass man mit Drogen auch ziemlich gut Geld verdienen kann;
und dann bin ich auch ziemlich schnell in dieses `Geschäftsleben‘
eingestiegen.
Tanja: Woher hast du deine Drogen bezogen?
Hans: Bekannte.
Tom: Leute aus der Stadt, das sieht man einfach so. Ich wurde richtig
reingezogen. 5 Jahre Frau gehabt, auseinandergegangen und dann
richtig volles Rohr fünfmal am Tag Heroin genommen. In letzter
Zeit gespritzt, und so kann man es auch anders konsumieren: durch
die Nase, rauchen, im Grunde ist das alles das gleiche. Drogen
bleiben immer gleich, egal ob man es durch die Nase nimmt, ob
man es auf Blech raucht oder ob man es sich spritzt.
Tanja: Woher hattet ihr das ganze Geld für euren Konsum?
Tom: Geklaut von Vater und Mutter, alles egal. Dann geht man so klauen.
Also man macht alles. Egal, man macht alles.
Hans: Ich habe auch Rauschgiftgeschäfte getätigt. Im Endeffekt bricht
man zusammen. Ja, bei mir mit den harten Drogen, ich habe die
eigentlich anfangs genommen, ich hatte eine LSD Psychose; und die
Psychose hat sich so ausgewirkt, dass mein Selbstvertrauen ziemlich
im Keller war. Dann habe ich Heroin ausprobiert und gemerkt, dass
mein Selbstvertrauen gesteigert wurde. Das habe ich 3 Monate
gemacht, dann habe ich die Droge abgesetzt. Und danach war ich
auch 3 Jahre clean von dem harten Zeug. Dann ja, durch
Geschäft wieder Kontakt zu den Leuten bekommen, und dann gleich wieder richtig rückfällig geworden. Dann eine Therapie gemacht, eine Langzeittherapie vor 3 Jahren.
Tanja: Auch hier?
Hans: In Kayhauserfeld. Ja und letztes Jahr wieder rückfällig geworden.
Klinik gewesen, Arbeit gehabt, wieder alles gehabt, ja und dann
wieder abgestürzt.
Tanja: Wie alt bist du jetzt?
Hans: 35 Jahre alt.
Tanja: Wie lange bist du schon in Wehnen?
Hans: Jetzt bin ich 3 Wochen hier.
Eckard: Du bist doch eigentlich schon ziemlich alt für diese Szene?
Hans: Na ja, das ist relativ. Ich meine, im Prinzip ist die Szene vom Alter
her - geht die von 12-40 Jahre.
Tom: Ich bin mit 16 angefangen Hasch zu rauchen. Da war die Zeit mit
Disco, Partys und so. Mit 20, 22 Jahren bin ich auf Heroin
gekommen, ab und zu mal gemacht, dann mal Monate nicht. Dann
wieder 1-2 Tage. Also, nie körperlich drauf gewesen, immer nur
massig im Kopf. Und neulich habe ich einen Typen getroffen in der
Stadt, voll feiner Anzug und so. Stand herum, konnte man gar nicht
denken. Kam mit ihm ins Gespräch, und dann sagte er, wenn es
einmal im Kopf ist, ist es sehr schwer wieder dort rauszubekommen. Er hat‘s gut, hat Familie, alles wunderbar, geilen Job. Er hat vorne `nen Porsche stehen. Aber das alles wird in dem Moment uninteressant. Wenn es im Kopf ist, diese Droge, diesen Kick, diese Freiheit, nur noch abzuschalten. Also für mich persönlich jetzt. Ich bin erst seit vier Monaten so, dass ich richtig drauf bin, täglich so. Und die letzten acht Wochen eben, dass ich es spritze. Ich denke, relativ gesehen, habe ich noch eine ganz gute Chance, davon wegzukommen. Ja gut, im Kopf ist es drin. Ich bin jetzt in Wehnen zehn Tage. Donnerstag gehe ich in Therapie. Ich werde sehen, was mir das bringt, und ich wünschte mir, dass alles nicht so gekommen wäre.
Man kann nur jedem empfehlen, dass er das nicht macht.
Eckard: Du hast ja nun auch gewusst, was das für Folgen haben kann. War
dir das in dem Moment egal?
Tom: Ja, in dem Moment denkt man gar nicht darüber nach. Das geile
Gefühl ist da. So, wenn das weg ist, wenn man nichts mehr hat,
danach denkt man nur daran, wo kriege ich was Neues her.
Hans: Erst wollte man gar nichts damit zu tun haben, mit Heroin und so.
Und dann kam man dort rein. Man geht über Leichen.
Tom: Ich hab am Anfang nur „Hasch“ geraucht und Koks, ab und zu mal
in Discos gegangen und so. Viel in Großstädten gewesen, Hamburg,
Berlin, Düsseldorf, alles so... Ein Freund von mir, der war halt
drauf, dem hab ich halt den Arm abgebunden. Da war ich voll
schockiert. Im Endeffekt habe ich mir selber den Arm abgebunden
oder in die Füße gespritzt, und dann keine Ader mehr gefunden,
rumgestochert, irgendwie, mit irgendwelchen Nadeln. Wo ich doch
immer gesagt habe ich habe Angst vor Nadeln beim Zahnarzt oder
überhaupt beim Arzt. Die Hemmschwelle war ruck-zuck
übersprungen, geht ganz schnell. Es zählt nur noch der Kick.
Ja, ich habe, wie gesagt, Heroin immer nur ab und zu genommen.
Dann kamen andere Probleme dazu. Ich hab die dann noch
bewältigen wollen. Aber ich hab dann richtig losgelegt,
volles Rohr, so immer nach Hamburg gefahren, immer beutelweise
gekauft und hab gar nicht selber gemerkt, dass ich schon körperlich
drauf war. Erst als zwei Monate später kein Geld mehr da war, als
nichts mehr ging und dann der Entzug kam, mein erster, mein
erster Affe, sagt man so, und der Entzug kam, habe ich erst realisiert und erst wahrgenommen: „Mensch du bist ja drauf, du bist ja richtig abhängig.“ Da habe ich das erst so richtig gemerkt. Vorher habe ich mir noch eingeredet, ja, machst das jetzt und so, oder du kannst es auch wieder sein lassen. O.K. das mag wohl sein, dass das mit Hasch und so geht, das macht ja nicht körperlich abhängig. Eben nur geistig. Aber, die harten Drogen...
Eckard: Wie bist du hier entzogen worden?
Tom: Methadon. Ich bin mit Methadon runtergefahren worden. Bin jetzt
laut Urinwerten sauber und nur noch im Kopf abhängig. Wenn man
abends im Bett liegt, denkt man sich, Mensch, jetzt so einen Knaller,
einen Druck und alles wieder vergessen, nur noch einmal. Das haut
nicht hin. Entweder man lässt es sein oder man geht mit allem, was
man hat, unter. Ich hoffe für mich, dass ich das jetzt auf die Reihe
kriege. Ich bin jetzt 27 Jahre alt und habe noch eine gute Chance,
was aus mir zu machen. Auch wenn ich oft an mir Zweifel habe und
denke so, lässt die Scheiße und haust jetzt aus der Entgiftung ab.
Gehst raus und das haut einfach nicht hin. Das muss man erst be-
greifen. Man ist ja krank, man ist ja wirklich krank.
Hans: Ich hab ja das Wissen. Ich weiß ganz genau, wenn ich rausgehe und
wieder anfange zu schieben, dann ist es wieder aus. Der Verstand
schaltet aus. Man weiß ganz genau die Folgen, die entstehen.
Tom: Das ist einem dann scheißegal. Es gibt welche, die schon 10 Jahre
drauf sind, die haben natürlich wenig Chancen. Ich muss von mir
aus sagen, wenn solche Menschen das schaffen, damit aufzuhören,
echt, ich wünsche ihnen das, und alle Achtung. Ich bin kurz drauf,
nehme schon lange Drogen, alles ausprobiert, Pilze, LSD, echt alles.
Auch alles geil gewesen, in Discos gegangen, Ecstasy genommen, voll
Party, alles geil, nur noch gelacht, alles war schön. Irgendwann ist
der Alltag wieder da, und dann hat man den Frust in sich, dieses Alltägliche. Man kommt ja nicht voran. Auch wenn man sich das einredet. Ach, das wird schon alles wieder gut. Das ist nicht so, man
redet sich das nur ein.
Eckard: Viele Leute, die Drogen nehmen, sagen, irgendwann kommt der
Kick gar nicht mehr.
Tom: Ich rauche z.B. jetzt eine Woche nur Hasch. Dann turnt mich das
gar nicht mehr an. Dann rauche ich ein bisschen Gras, und dann bin
ich wieder voll breit. Das dauert auch nur eine Woche, und dann turnt mich das auch wieder nicht an. Und dann wechsle ich zu Dope, und da braucht man echt nur wenig von. Dann setze ich 2-3 Wochen mal aus. Vorher konnte ich voll die fetten Dinger rauchen. Joints schon gar nicht mehr, nur noch ‚blubb‘ und ‚hastenichtgesehen‘ und einmal rauchen und dann rauchst du 2-3 Wochen wieder nicht.
Hans: Das Gefährliche für junge Menschen ist auch, dass unsere Umgebung den Kampf aufgegeben hat. Ich meine, das Methadon ist nicht das A und O, das hilft den Leuten. Die Drogen werden immer billiger. Früher, zu meinen Zeiten, war es noch teuer.
Tom: Alkohol ist die Droge Nr. 1. Auch wenn’s das Rauchen ist, rauchen ist auch eine Droge. Oder, ich war auch mal colasüchtig. Ich habe
früher am Tag 2-3 Liter Cola getrunken. Ehrlich.
Eckard: Es ist schwierig, mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt Leute, die
sagen, es ist mit der schwierigste Entzug überhaupt.
Tom: Das ist für jeden Menschen anders. Also, ich hab es relativ ein-
fach gehabt zu entziehen. Viel geschlafen und so. Das Methadon ist
für mich eine gute Sache. Ich kam hier an, Körper war schon
gelähmt, in der Schrägstellung, Gesicht war ganz schief, konnte
nicht mehr reden. So war der Entzug. Bis ich dann hier das
Methadon bekommen habe.
Eckard: Du warst auf Entzug und bist dann hierhergekommen?
Tom: Bin hierhergekommen und musste die ganze Zeit auf Distanz laufen.
Anmeldung, Arzt und dies und das. Bis ich dann das Methadon be-
kommen habe. Ich bin verrückt geworden vor Schmerzen. Das war
mein erster Affe. Und das alles mit meiner Mutter, die mitgekommen ist.
Eckard: Hast du den Entzug freiwillig oder unfreiwillig gemacht?
Tom: Ja, so, wie bis dahin ging es nicht weiter. Das ging wirklich nicht
mehr. Alles kam zusammen: Probleme mit meiner Frau, Geld spielt
natürlich auch eine Rolle.
Ich habe Freunde gehabt auf dem Jahrmarkt, die waren selbständig. Frau, Kinder, die hatten eine ganze Menge
Geld gehabt, eine eigene Existenz. Später standen sie am Bahnhof
und haben sich an schwule Männer verkauft, nur damit sie sich
Stoff holen konnten. Eigentlich ist es knallhart, aber es ist so.
Eckard: Bist du in einem städtischem Umfeld groß geworden?
Tom: Ja, ich bin städtisch aufgewachsen. Beruf: Schausteller. Eltern auch.
Meine Großeltern auch schon. Die ganzen Bundesländer durch.
Und es war nie ein Problem für mich, an Drogen ranzukommen. Das ist wirklich kein Problem, egal, in welcher Stadt du gerade warst.
Eckard: Aber du hattest ja kein festes Umfeld.
Tom: Richtig. Aber das hat damit nichts zu tun.
Da gibt es immer ein paar , die das machen, die finden sich auch,
das bleibt nicht aus. Die Leute, die Sport machen, die finden sich
auch. Die machen zusammen Sport. Die Leute, die Drogen nehmen,
finden sich auch und machen es dann zusammen.
Hans: Wenn man den Absprung nicht schafft, dann geht es einfach weiter.
Eckard: Mich würde noch interessieren, ob Haschisch eurer Meinung nach
eine Einstiegsdroge ist? Wenn einer den Kick sucht, und der ist irgendwann mit diesen leichteren Drogen durch, greift er dann automatisch zu härteren Drogen?
Hans: Ja, es gibt einen Punkt. Bei mir hat es auch so einen Punkt gegeben.
Es ist aber nicht generell so. Ich kenne Leute, die kiffen schon seit 20, manche seit 30 Jahren. Die sind damit alt geworden. Die sind dabei geblieben, und die kennen auch die Gefahren. Die haben auch andere Drogen ausprobiert. Sucht hat viele Gesichter. So wie die Menschen verschieden sind, so ist das auch mit der Sucht.
Tom: Da kommen die eigenen Probleme hinzu. Einer macht es wegen der
Probleme, der andere macht es, weil er Spaß dran hat. Leute, die
20 oder 30 Jahre lang schon Dope nehmen, machen ihre Arbeit alles so o.k. und werden damit alt. Manche geraten in einen Strudel rein
und lassen sich mitziehen; haben natürlich den familiären Halt oder
den äußerlichen Halt, lassen sich gehen. Es ist leichter, Drogen zu
nehmen und sich wegzukicken, als auf ein Problem zuzugehen.
Genauso wie mit meiner Frau, mit der ich fünf Jahre zusammen
war. Das war nachher gar keine Beziehung mehr. Das war alles nur
noch: Ich mach das schon, das wird schon, ich krieg das alles hin.
Tatsächlich ging der nächste Weg nach Hamburg - auf den
Hauptbahnhof.
Hans: Menschen sind nicht mehr wichtig. Die Droge bestimmt deinen Tag.
Eckard: Hast du immer weiter gearbeitet?
Tom: Eigentlich ja. Bis auf die letzte Zeit. Bis auf die letzten
2 Jahre. Da war mir alles egal. Deswegen kam das auch alles so mit
meiner Frau. Die ist jung, die ist 22 Jahre alt. Die war bei den Zirkusleuten dabei. Die will was schaffen. Sie will keinen, der abends nur rumhängt. Sie wollte in die Disco gehen, und ich sagte, geh doch alleine. Oder was essen oder irgend etwas. Zu nichts hatte ich mehr Bock gehabt. Wollte nur noch abends sitzen und Fernsehen gucken, meine Ruhe haben. Und da hat sie keinen Bock drauf gehabt. Sie wollte leben, etwas schaffen, wie Mädels halt so sind, wollen ein Handy haben, ein neues Auto, schicke Klamotten zum Anziehen. Und ich habe alles nur verballert für Drogen. Wenn man nichts mehr bieten kann in einer Beziehung, dann ist klar, dass man verloren hat.
Eckard: Wie erklärst du dir das heute?
Tom: Ich hatte alles, auf dem Jahrmarkt, einen Campingwagen. Disco, Party gemacht, was getrunken und dann wieder ein normales Leben geführt, alles war wunderbar. Immer nur so am Wochenende. So wie Kids mit ihrem Techno. Die Kids gehen dort hin und pfeifen sich die Pillen rein und, was weiß ich, die machen das am Wochenende drei Tage durch. In der Woche gehen sie wieder zur Schule oder jobben. Am Wochenende ist wieder Party. So können sie keine Probleme bewältigen. Das ist einfach nur `fun‘.
Hans: Das ist die Gefahr, weil die Leute meinen, sie müssen sich was reinpfeifen, um ihre Glücksgefühle zu steigern. Das ist gerade bei jungen Menschen die Gefahr.
Tom: Ich freue mich schon darauf, mich wieder richtig kennen zulernen.
Ich bin zwar wieder clean, aber noch nicht im Kopf. Mich wieder
richtig kennen zulernen, ohne Drogen. Ich glaube eigentlich, dass das Leben selber eine Droge ist. Ich hoffe, dass ich es schaffe, ohne Drogen zu leben. Ich habe große Pläne, will wirklich etwas schaffen.
Ob das wieder was wird mit meiner Frau, weiß ich im Moment noch nicht. Das macht mich auch noch ziemlich fertig. Das wäre natürlich
auch wieder so ein Grund, mich zuzuballern. Ich muss da durch, ich muss was erarbeiten, muss das realisieren und muss damit klarkommen. Andere Menschen kommen damit auch klar. Und für mich persönlich denke ich mal, es gibt auch andere Menschen auf der Welt. Auch die Leute früher im Krieg, die mussten bei -25°C barfuß irgendwo im KZ-Lager im Schuppen liegen und haben am Tag eine Tasse Pilzsuppe bekommen und haben sich mit Stroh den Arsch abgewischt und mussten stundenlang in der Hocke im Hof Runden laufen. Andere laufen mit einem Bein durch die Gegend.
Warum soll ich das jetzt nicht schaffen? Ich habe eigentlich kein...
gut... kein Problem stimmt natürlich nicht. Ich habe psychische und
körperliche Probleme. Aber ich denke, wenn man will, kann man
auch ohne Drogen leben. Ich will versuchen...
Hans: Du willst versuchen, du willst versuchen...
Tom: Ich will’s versuchen, auf jeden Fall.
Hans: Das kannst du nie vorher sagen. Es gibt viele, die wieder umgekippt
sind. Die sind mit dem Vorsatz dahingegangen. Ich will versuchen.
Tanja: Ihr kanntet euch vorher nicht? Hilft euch das eigentlich, mit Leuten
zusammenzuleben, die sagen: „Wir wollen davon weg!“?
Tom: Mir hilft es. Ich sehe auch Leute, die es noch schwerer haben als wir, und das macht’s für mich schon wieder leichter.
Hans: Ja, wenn man in einer Gruppentherapie ist, hilft man sich und
man baut sich gegenseitig wieder auf, weil man immer wieder Tief-
punkte hat.
Tom: Ich kann froh sein, dass ich noch lebe. Ich stand auf einer Brücke,
hatte die Schlinge um den Hals , ich hätte nur noch loslassen
brauchen. Aber mein Lebenswille war noch zu ausgeprägt.
Wirklich, Nord-Ostsee-Kanal. Ich auf der Hochbrücke, bin mit dem
Auto dort langgefahren, angehalten, ausgestiegen und dann stand
ich da. Das ganze Leben ist von links nach rechts von oben nach
unten an mir vorbeigezogen.
Hans: Ich denke, das ist der einzige Weg, wenn man das wirklich nicht anders schafft. Man muss ziemlich weit im Keller sein, begreifen, dass es das Ende sein könnte, und dann steht man vor der Wahl, entweder du springst jetzt ins Grab oder versuchst es. Soweit bin ich gewesen.
Tom: Der Kurt Cobain, von Nirvana, hat sich den Kopf weg geschos-
sen. Das habe ich auch gedacht. So weit war ich. Jetzt, wo ich wieder
klar bin und ein Ziel habe, denke ich, zum Glück habe ich es nicht getan. Erst mal sehen, wie es weitergeht.
Hans: Mich hat der Notarzt wieder zurückgeholt, sonst wäre ich gar nicht
mehr hier. Und dann habe ich mir gesagt, so geht‘s nicht weiter.
Nach dem dritten Mal. Und das dritte Mal muss jetzt langen, denke
ich. Sie genehmigen mir keine Therapie mehr, weil ich schon eine
Therapie gemacht habe. Ich kenne meine Suchtknackpunkte usw.
Ich muss sehen, dass ich jetzt für mich alleine klarkomme.
Björn: Unter Jugendlichen werden Drogen wie Haschisch, Ecstasy, LSD, Speed usw. häufig als harmloses Zeug bezeichnet. Wie ist Ihre
Einschätzung?
Rose 12: Die verschiedenen Drogen haben sehr verschiedene
Wirkungsweisen. Auch die aufgezählten Drogen wirken völlig
unterschiedlich und haben ein sehr unterschiedliches Gefährdungspotential. Grundsätzlich ist die Dosierung, die Häufigkeit des Konsums und vor allem der Grund für den Konsum ganz entscheidend.
Björn: Wenn Sie die Drogenpolitik in diesem Lande bestimmen könnten,
was würden Sie auf jeden Fall ändern?
Rose 12: Drogenpolitik ist nicht losgelöst von der gesamtpolitischen Position
und von dem Menschenbild der Entscheidungsträger zu sehen. Fakt
ist, Repressalien gegen die Drogenszene haben in den letzten 25
Jahren nicht zu einer Entspannung auf dem Drogenmarkt oder zu
einer Verringerung des Drogenkonsums geführt. Vermehrte
präventive Angebote und mehr psychosozisale
Betreuungsmöglichkeiten würden meiner Meinung nach mehr
nützen.
Björn: Ist der Konsum von Drogen in den letzten Jahren wirklich so sehr
angestiegen? Wie erklären Sie das?
Rose 12: Ja. Die Gründe dafür liegen in gesellschaftlichen Veränderungen
wie Vereinsamung, Perspektivlosigkeit, zunehmender Verarmung,
Auseinanderbrechen von Familienstrukturen, Ghettobildung in den
Großstädten usw.
Björn: Was sagen Sie Eltern, die aus panischer Angst um ihr beim Kiffen
erwischtes Kind in Ihre Beratungsstelle kommen?
Rose 12: Wichtig ist vor allem, das Vertrauensverhältnis zu den Kindern
nicht zu zerstören, sondern im Gegenteil zu vertiefen. Auf jeden Fall
sollten Eltern das Gespräch mit den Jugendlichen suchen. Sie sollten
auch deutlich machen, worüber sie sich Sorgen machen und wovor
sie Angst haben. Sie können sich auch erklären lassen, worin für die
Jugendlichen das Positive des Drogenkonsums liegt. Wichtig wäre
weiter, dass in Beratungsgesprächen mit den Jugendlichen, mit den
Eltern, mit der ganzen Familie gemeinsam genauer geklärt wird, wo die Probleme für den Einzelnen liegen.
Björn: Jugendliche, die sich bei allen möglichen und unmöglichen
Gelegenheiten vollaufen lassen, werden von der breiten
Öffentlichkeit als völlig ‘normal’ angesehen, während selbst
Gelegenheitskiffer häufig in die Ecke der Hartdrogenabhängigen
gestellt werden. Wie sehen Sie das?
Rose 12: Die typische Frage nach den guten und den schlechten Drogen ist so
nicht zu beantworten, da verschiedene Menschen verschiedene
Drogen mit unterschiedlicher Motivation nehmen. Ein Grund für die Normalität ist die kulturelle Einbindung der verschiedenen Drogen in die Gesellschaft. In unserer Gesellschaft gilt es eher als normal, Alkohol zu konsumieren.
Haschisch hat eher den Status, ‘illegal’ zu sein und somit auch eine größere Nähe zu anderen illegalen Drogen, obwohl der Konsum von
Haschisch den Konsum von ‘harten’ Drogen nicht unbedingt nach
sich zieht.
(Die Fragen für den SV-Arbeitskreis stellte Björn.)
Klaus Hurrelmann
auf dem 1.Europäischen Drogenkongress:
15% der 14jährigen rauchten gelegentlich oder regelmäßig
Je früher ein Jugendlicher damit anfängt, desto schwerer wiegt die Sucht.
Jeder 3. 12jährige nimmt häufiger Kopfschmerztabletten
11% der 17jährigen nimmt regelmäßig anregende Mittel.
Ergebnis: Jugendliche greifen immer früher zu Drogen.
60 Milliarden aus legalem Drogenverkauf
20 Milliarden Steuern
4 Milliarden Gewinn der Drogendealer
Hasch regelmäßig genossen führt zu Konzentrationsstörungen und Gedächtnisstörungen.
10% der Jugendlichen, und 17% der Großstadtjugendlichen sind arbeitslos.
drugs or fun
Programm der Projektwoche:
(1) Rumhängen, Saufen, Kiffen?
Was machen eigentlich die anderen? Welche Freizeitmöglichkeiten gibt es für Jugendliche in unserer Gemeinde? Wo gibt es Gruppen in denen man/frau sich engagieren kann? Was fehlt an Angeboten?
Verzeichnis von Jugendgruppen und Vereinen und Veranstaltungen.
(2) Vom Raucher zum Nichtraucher
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen sich Informationen zum Thema besorgen und diese auswerten. Schüler, die rauchen und mit dem Rauchen aufhören wollen, sind herzlich eingeladen.
Willkommen sind aber auch Schüler, die sich nur einmal informieren wollen.
(3) Alkohol und Nikotin in der Gemeinde
Wo wird in unserer Gemeinde ganz legal für Zigaretten und Alkohol geworben. Die verschiedenen Standorte sollen dokumentiert werden.
Anschließend soll der Versuch einer Antiwerbung unternommen
werden. Wo können Kinder und Jugendliche legale Drogen kaufen? Sind Zigarettenautomaten sinnvoll?
(4) Das bisschen Alkohol...
Welche Vorteile - welche Nachteile bringt der Alkoholkonsum? Wo hört der Genus auf, wann beginnt die Sucht? Welche Auswirkungen auf die Gesundheit bringt stetiger Alkoholkonsum mit sich? Wie und warum ändert sich das Verhalten im Alkoholrausch? Was können
Alkoholiker tun, um mit der Sucht fertig zu werden? Was sagen
Betroffene? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Wo können sich Angehörige helfen lassen?
(5) Fit durch Jazztanz
Diese Gruppe ist nur offen für Schülerinnen und Schüler der 9.
Klassen. Geübt werden Grundformen des Jazztanzes. Wer Lust hat an dieser Gruppe teilzunehmen ist herzlich eingeladen. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Gruppe auch nach der Projektwoche zusammenbleibt und weiterübt.
(6) Videoreportage über die Projektwoche
Zusammenstellung einer Sendung für alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule. Eventuell auch als Sendung für den ‘Offenen Kanal Oldenburg.
(7) Probleme im Freundeskreis - Wie kann ich helfen?
Menschen kommen häufig in Situationen, in denen
Freunde, Bekannte, Familienangehörige, Mitschüle-
rinnen und Mitschüler Hilfe brauchen.
Über sinnvolles Helfen in schwierigen Situationen.
(8) Selbstverteidigung für Mädchen
Von all den vielen Dingen, die frau tun kann um sich vor
Gewaltakten zu schützen. Es wird die Möglichkeit geboten,
Selbstverteidigungen kennen zulernen und deren Wirksamkeit
auszuprobieren.
(9) Selbstverteidigung für Jungen
Jungen und Männer werden sehr häufig überfallen, meist um ihnen Geld oder Kleidungsstücke abzunehmen. Manchmal aber auch aus purer Gewaltlust. Wie kann ich mich gegen Gewalt wehren? Wie kann ich anderen Gewaltopfern zur Hilfe kommen? Was bringen Selbstverteidigungssysteme?
(10) Mit dem Rad durchs Ammerland
Ausflugsziele in unserer Nähe mit einer Zwischen-
übernachtung in einem Heuhotel eurer Wahl.
Bei richtig schönem Wetter wäre auch Zelten möglich.
(11) Tanzen - Bewegung auch für Unsportliche
Einmal Tanzkurs gemacht und alles wieder vergessen?
Noch nie in eine Tanzschule getraut? Es geht um einfache Schritte aus den verschiedenen Standardtänzen.
(12) Sucht - Darstellung des Themas mit künstlerischen Mitteln
Collagen herstellen, Zeichnen, Malen, Gestalten.
Einmal unter fachkundiger Anleitung in Ruhe an einem Thema
künstlerisch arbeiten. Die fertigen Exponate sollten für
Ausstellungen zur Verfügung stehen
(13) Zu dick? Zu mager?
Schlank sein ist 'in'. Das Gewicht der Schönheitsköniginnen
verringert sich von Jahr zu Jahr. Aber auch die Dicken nehmen,
immer mehr zu. Mal abgesehen von den Schönheitsidealen, wie
stets mit der Gesundheit? Ist Dicksein wirklich Schicksal? Sind
Diäten wirklich hilfreich? Wie schlank möchte ich sein, und wie
kann ich das erreichen? Wo liegen die Grenzen zur Magersucht?
Was ist Bulimie? Wo können Leute, mit Essstörungen Hilfe
bekommen?
(14) Schreiben und Gestalten
Herstellung einer Sonderausgabe der Schülerzeitung zum
Thema: Süchtig sind wir alle.
(15) Beratung und Hilfe für Suchtkranke im Ammerland
Welche Gruppen, Institutionen können helfen. Wie
arbeiten diese Gruppen. Wie helfen Institutionen?
Selbsthilfegruppen, Landeskrankenhaus Wehnen, Beratungsstellen, Anonyme Alkoholiker usw. Welche Gruppen sind speziell für Kinder und Jugendliche zuständig. Die Gruppe könnte ein Verzeichnis mit allen Hilfsangeboten für Kinder und Jugendliche anlegen und in allen Klassenräumen aushängen.
(16) Alternative Sportarten
Von Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen sind Inline-
Skating. Mit Inlinern Hockey spielen haben schon viele gemacht.
Langstreckenlaufen macht Spaß, ist aber auch nicht neu.
Was ist noch alles möglich mit Rollen unter den Füßen?
(17) Vorbereitung einer Schulfete
Schulfeten sind häufig schwierig. Ungebetene Gäste,
Rauch- und Alkoholverbot, ständiges Gerenne, warten, bis irgendwer was los macht, jeder möchte
‘seine’ Musik spielen, wer traut sich schon zu tanzen?
Es kann natürlich auch funktionieren. Dazu ist aber
eine wirklich gute Vorbereitung nötig. In der
Projektwoche ist Zeit dafür.
(18) Samba
Lateinamerikanische Musik selber spielen . Auch für
Schülerinnen und Schüler, die kein Instrument
beherrschen, aber Spaß an Musik haben, sehr geeignet.
(19) Entspann Dich
Die ungesunde Sitzhaltung in der Schule und bei den Hausaufgaben, schlechte Körperhaltung und vor allem aber auch der Stress in allen unseren Lebensbereichen führen immer wieder zu Verspannungen im Rücken und im Nacken, verursachen Kopf - und Magenschmerzen usw. In dieser Projektgruppe lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die verschiedenen Methoden der Entspannung kennen: Tai Chi, Autogenes Training, Subliminal - Programme, Aktive Tiefenentspannung, Entspannung durch Musik und Bewegung, Traumreisen, Entspannung durch Spiel und Spaß zu zweit und in der Gruppe.
(20) Ernährung
Fleisch essen ist auch für viele Jugendliche völlig out. BSE,
Massentierhaltung, Tierquälerei durch Tiertransporte, Skandale in vielen Bereichen der industriellen Fleischproduktion und Fleischverwertung sind Anlass, um mit dem eigenen Verzicht auf Fleischkonsum gegen diese Zustände zu protestieren. Welche Formen des fleischlosen Essen gibt es? Welche Alternativen zur herkömmlichen Küche gibt es? Worauf müssen Vegetarier achten? Schmeckt uns das, was wir kochen?
Gespräch zweier Zigarettenautomaten
Eins: Na, wie viel Kunden hast du heute gehabt?
Zwei: ich hab nicht so genau mitgezählt, aber die Geschäfte liefen auch schon einmal besser!
Eins: Tja, die Zahl der Raucher und Raucherinnen ist ja nun echt zurückgegangen. Obwohl die Krankenkassen ihre Antiraucher-Kampagnen ja nun ziemlich zurückgeschraubt haben.
Zwei: Wieso eigentlich?
Eins: Die haben nämlich festgestellt, dass die Raucher ihre besten Mitglieder sind. Die achten nicht so auf ihre Gesundheit, haben mehr Angst zum Arzt zu gehen und haben ja nun längst nicht so eine hohe Lebenserwartung.
Zwei: Aber die ganzen Raucherbeine...
Eins: So ein Raucherbein zu operieren, ist ein Klacks gegen
so einen Müslifresser, der mit jedem Wehwehchen zum Arzt rennt, sich mit 98 sein 10tes Hörgerät verschreiben lässt, 0seinen 15tes Krankenhausaufenthaltsjubiläum hinter sich hat, über 50 Brillen und über 500 homöopathische Rezepte verschrieben bekommen hat. Placebo forte!
Zwei: So hab ich das noch gar nicht betrachtet, aber wo du recht hast, hast du recht.
Eins: Nur die Politiker sind auf den Bolzen noch nicht gekommen. In den USA darf in öffentlichen Gebäuden, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in Büros usw. nicht mehr geraucht werden. Kneipen und Restaurants müssen
Nichtraucherzonen vorweisen.
Zwei: Das ist ja grauenhaft!
Eins: In Deutschland gibt es ebenfalls Politiker die das übernehmen wollen und das alles, damit die Leute, länger leben. Dabei wissen, die heute doch schon nicht mehr, wo sie das Geld für die Renten her nehmen, sollen.
Zwei: Wenn dann weniger Leute, rauchen, dann fallen auch noch die ganzen Tabaksteuern weg und auf uns kommen noch harte Zeiten zu.
Eins: Gottspeidank kommen ja immer noch die Kids zu uns. Die
haben es ja sonst auch echt schwer an ihre Glimmstängel zu kommen.
Zwei: Stimmt, das ist auch bei mir eine sichere Einnahmequelle.
Vor allem kommen ja auch immer wieder neue nach.
Eins: Mein Platz liegt strategisch ja sehr günstig. Direkt auf dem Weg zu einer großen Schule und ist in den Pausen auf einem Schleichweg schnell zu erreichen.
Zwei: ich hab noch ein paar Stammkunden. Karl kommt jeden Tag drei Mal. Er hat nur noch ein Bein. So verschafft er sich noch ein bisschen Bewegung.
Lisa kommt ja nicht mehr ganz so oft, dafür hört man sie
schon von weitem. Ihr Husten ist ja nun echt schlimm. Aber wenn sie sich dann wieder eine angesteckt hat, verschafft ihr das für einen Moment ein wenig Linderung. Sie sollte aber wirklich weniger rauchen.
Eins: So, ich muss nun wieder an die Arbeit. Mein Chef kommt
gleich zum abkassieren und Ware auffüllen. Die Light-
Zigaretten sind fast alle. Wenn die Kids morgen früh kommen und ihre Lieblingszigaretten sind nicht im Schacht, dann kloppen sie wieder an mir ‘rum. ich hab ja nun auch schon meine Jahre auf dem Buckel. Wenn an mir noch etwas kaputt geht, dann ersetzt mich mein Chef doch glatt durch so eine Junge, elektronisch aufgestylte.
Wussten Sie,...
Ø dass in Deutschland von 2,5 Millionen alkoholkranken Menschen ca. zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen sind?
Ø dass jährlich ca. 40.000 Menschen an ihrer Alkoholkrankheit sterben?
Ø dass alkoholbedingte Verkehrsunfälle die Hälfte aller Verkehrsopfer verursachen?
Ø dass ein großer Teil aller Gewalttaten unter Alkoholeinfluss, und zwar von Männern, verursacht wird?
Ø dass Jugendliche ihren ersten Alkoholrausch im Durchschnitt mit 15,6 Jahren erleben?
Ø dass Haschisch weltweit die am häufigsten konsumierte illegale Droge ist, und dass mindestens jeder vierte bundesdeutsche Jugendliche in der Altersgruppe 14-25 Jahren eigene Erfahrungen mit Haschisch gemacht hat?
Ø dass das Zusammenwirken von Cannabis und anderen Drogen, z.B. Ecstasy, LSD, Alkohol oder Psychopharmaka die gesundheitlichen Risiken beträchtlich erhöht?
Ø dass der dauerhafte Gebrauch jeder Droge – auch Cannabis – zur Abhängigkeit führen kann?
Ø dass über 70% der 14- bis 25jährigen Ecstasykonsum gänzlich ablehnen?
Ø dass 1995 158.477 Fälle von Rauschgiftkriminalität polizeilich verzeichnet wurden?
Ø dass die Zahl der Konsumenten harter Drogen in der BRD auf 200.000
bis 300.000 geschätzt wird, und zwar hauptsächlich in den Großstädten und Ballungszentren?
Ø dass Schmerzmittel die am häufigsten verkauften Arzneimittel in der BRD sind?
Ø dass 39% der Jungen und 65% der Mädchen im Alter von 15 Jahren `selten bis einmal wöchentlich‘ Mittel gegen Kopfschmerzen nehmen?
Abstinenzler:
Menschen, die enthaltsam leben
Affe:
Zustand des Entzuges
Bad Trip:
schlechte Reise, unangenehme Drogenerfahrung
Barbiturate:
Hypnotika/Schlafmittel, beruhigend, einschläfernd, bewirken Sprach-, Bewegungs-, Koordinations-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Zittern, Schwitzen, Atemlähmungen, physische und psychische Abhängigkeit
Benzodiazepine:
Beruhigungsmittel, Anwendung bei Angstneurosen, Depressionen und Schlafstörungen, dämpfende Wirkung, muskelentspannend, angstlösend, sprach- und bewegungssstörende Wirkung, Beeinträchtigung der intellektuellen Leistungsfähigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, physische und psychische Abhängigkeit
Burn-Out-Syndrom:
Seelische und körperliche Krankheit, die durch nicht-erfüllte Erwartungshaltungen in bestimmten Berufsgruppen hervorgerufen wird; völliger Erschöpfungszustand
Cannabis:
Hanf, Droge mit leicht halluzinogener Wirkung
Captagon:
Markenname für ein Amphetamin-Produkt; aufputschende Wirkung
Crack:
durch Zusatz von Chemikalien hergestelltes Kokaingemisch, schnelles Eintreten der negativen Suchtfolgen des Kokains, hohes Abhängigkeitspotential
Dealer:
Drogenhändler
Depression:
psychische Verstimmung
Designerdroge:
molekulare Abwandlung einer synthetischen, illegalisierten Droge
Drobs:
Abk. für Drogenberatungsstelle
Drug Checking:
Drogen-Qualitätskontrolle
Ecstasy:
Designer-Droge, illegal hergestellte Amphetamine (chem. Weckmittel), stark anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem, angstlösend, körpertemperatursteigernde Wirkung, Gefahr des Hitzschlages durch Flüssigkeitsverlust, erhöhter Blutdruck, Herzjagen, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, psychische Abhängigkeit bei unkontrolliertem Gebrauch
Ekstase:
Sinnesrausch, Begeisterung, Verzückung
Ephedrin:
Wirkstoff in Ephedra
Euphorie:
gesteigertes Wohlbefinden
Flash:
Blitz, schnell spürbare Drogenwirkung
Flashback:
Nachhalleffekt eines Drogenrausches
Folienrauchen:
Inhalieren von Heroin
Fun:
Spaß
Gras:
Cannabis-Kraut
Halluzinogene:
Drogen mit sinnes- und bewußtseinsverändernder Wirkung
Haschisch/Marihuana:
gepreßter Harz des indischen Hanfes bzw. getrocknetes Kraut des Hanfes, Beeinflussung der Sinneswahrnehmung, Halluzinationen bei hoher Dosierung, angstauslösend, Veränderung der Raum- und Zeitwahrnehmung
Joint:
mit Tabak vermischte Cannabis-Zigarette
Kiffen:
Rauchen von Haschisch bzw. Marihuana
Kokain:
chemischer Extrakt aus den Blättern des Kokastrauches, aufputschend, euphorische Rauschzustände mit Sinnestäuschungen, Gefühl sexueller Triebsteigerung und subjektiver Kraftentwicklung, Auslösen von Aggression und Gewalt
Koks:
Kurzform für Kokain
Lachgas:
Narkosemittel
Love Parade:
Technoumzug in Berlin
LSD:
Lysergsäurediethylamid, halbsynthetische Droge mit halluzinogener Wirkung
Maibaumsetzen:
Volksbrauch; ohne Alkoholkonsum kaum denkbar
Methadon:
Medikament; Ersatzdroge
MBDB:
Methylbenzodioxolbutanamine, synthetische Droge mit MDMA-ähnlicher Wirkung
MDA:
Methylendioxyamphetamin, synthetische Droge mit MDMA-ähnlicher Wirkung
MDEA:
Methylendioxy-N-Ethylamphetamin (MDE, Eve), synthetische Droge mit MDMA-ähnlicher Wirkung
MDMA:
Methylendioxymethamphetamin, Adam, E, Ecstasy, XTC, synthetische Droge mit stimulierender und leicht halluzinogener Wirkung
Meskalin:
halluzinogene Droge, die aus dem Peyote-Kaktus gewonnen wird
Mischkonsum:
gleichzeitiger Konsum verschiedener Drogen
Morphin:
Opiat, Droge mit beruhigender und betäubender Wirkung
Nirvana:
Name einer amerikanischen Rock-Band bzw. angestrebter End- und Glückszustand im Buddhismus
Opiate:
Wirksubstanz des Opium, mit Methoden der Chemie hergestellte Abkömmlinge des Opiums (Heroin, Codein, Methadon), beruhigende Wirkung, schmerzlindernd, Auslösen von Glücksgefühlen, Wahrnehmungsfähigkeit wird eingeschränkt, Hunger und Schmerz werden kaum wahrgenommen, Geborgenheitsgefühl, Euphorien, hohes Abhängigkeitspotential, bei hoher Dosierung Gefahr des Atemstillstandes
Opium:
getrockneter Saft des Schlafmohns
Pappe:
Löschpapier mit LSD
Peer-group:
Gesellschaftliche Gruppe, der sich der Einzelne zuordnen kann oder läßt, weil er ähnliche Eigenschaften oder Wünsche hat
Pilze:
Nicht-eßbare Pilze, in begrenzter Dosierung eingenommen, rufen Rauschzustände hervor
Poppers:
organische Nitrite, kurz wirkendes Aufputschmittel
Prävention:
Vorbeugungsmaßnahmen (u.a. bei Suchtgefahr)
Psychopharmaka:
Medikamente, die die Stimmung beeinflussen
Psychose:
Seelische Krankheit
Purple Hearts:
Name für Aufputschdroge
Repressalien:
(gegen die Drogenszene) z.B.:Versuch, die Junkies aus den Zentren herauszuhalten
Schnüffelstoffe:
Chemische Dämpfe, die durch Einatmen Rauschzustände hervorrufen
Set:
Erwartung, Einstellung (vor Drogenkonsum)
Setting:
äußere Umstände (des Drogenkonsums)
Speed:
Geschwindigkeit, Beschleunigung, Name für Amphetamine und Methamphetamine
Speedball:
Mischung aus Heroin und Kokain
Techno:
elektronisch erzeugte Musik
Tranquilizer:
Beruhigungsmittel
Trip:
Reise, Drogenerfahrung
User:
Konsument
Wehnen:
Landeskrankenhaus bei Oldenburg
XTC:
Name für Ecstasy, Adam, E, MDMA
Zusammenfassung der Arbeitsgruppenergebnisse zum Thema ‚Superdroge‘ im WPK: Süchtig sind wir alle‘
Nach einer Idee aus ‚gruppe und spiel‘, Sonderheft: Spiele zur Suchtprävention
Es ist spät geworden in der Forschungsabteilung des riesigen Pharmakonzerns. In dem kleinen Konferenzraum sitzt das gesamte Forschungsteam zusammen um einen runden Tisch. Auf den Gesichtern der Forscher liegt ein strahlendes Lächeln. Sie haben ihre Arbeit beendet. Die Entwicklung der Superdroge ist abgeschlossen. Was noch nie einem Menschen gelungen ist, was sich auch kaum noch jemand zugetraut hat, ihnen ist es gelungen. In jahrelanger Forschungsarbeit mit zahllosen Selbstversuchen und immer wiederkehrenden medizinischen Tests haben sie eine Superdroge entwickelt. Eine Droge, die immer nur glücklich macht, ein fröhliches Lächeln ins Gesicht zaubert, absolut keine unerwünschten Nebenwirkungen hat, die Konsumenten viel länger jung erhält, die geistigen Kräfte eines jeden Konsumenten fast vollständig ausnutzt, das Bedürfnis nach anderen Suchtmitteln völlig ausschaltet und jegliche
Trübung des allgemeinen Wohlbefindens im Ansatz unterbindet. Fortan wird es möglich sein, aggressive Phantasien und Handlungen, frauenverachtende Gedanken und Taten zu eliminieren und sozial wünschenswertes Verhalten in das Leben eines jeden Menschen zu rücken. Die Gewalt zwischen den Menschen und Völkern wird für immer auf den Scheiterhaufen der Geschichte wandern.
Eine angenehme Atmosphäre breitet sich aus in dem kleinen Konferenzraum der großen Forschungsabteilung. Strahlende Gesichter, keine laute, nervtötende Musik, keine Flaschen, die herumliegen und Pfützen auf den Teppichböden hinterlassen, kein Zigarettenqualm stinkt schwadenweise durch den Raum, keine überquellenden Aschenbecher. Kein Partykiller mit langweiligen Witzen und dummen Geschichten. Alles ist ruhig, entspannt und friedlich. Strahlende, lächelnde Gesichter ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Die Arbeit ist beendet, die Entwicklung der Superdroge ist abgeschlossen...
Interview mit dem Chefarzt der Kleeblatt Klinik Rastede, Dr. Friedrich Ingwersen
Dr. Ingwersen: Ich habe erst Zahnmedizin studiert , merkte aber, dass ich
keine guten Augen habe. Dann studierte ich Medizin, merkte
da aber auch, dass ich kein gutes Zahlengedächtnis habe.
Deshalb habe ich Psychologie studiert.
Jessica: Hatten Sie Suchtprobleme zu Hause; haben Sie Drogen
probiert?
Dr. Ingwersen: Nein! Ich rauche nicht, trinke ab und zu ein Glas Alkohol. In
meiner Familie ist keiner abhängig!
Merle: Seit wann besteht diese Klinik?
Dr. Ingwersen: Sie besteht seit 2 Jahren und wurde von einer Firma gestiftet.
Jessica: Was wird in ihrer Klinik mit den Patienten gemacht?
Merle: In dieser Klinik werden körperlich erkrankte Menschen behandelt, die ein psychisch bedingtes oder mitbedingtes Leiden haben, wie z.B. bestimmte Herz- und Darmbeschwerden, ferner Allergien
(Asthma und Neurodermitis), seelisch bedingte
Rückenbeschwerden u. a.. neurotische Krankheiten, wie z.B.
Ängste und Depressionen, ferner Schlafstörungen, Familien-
und Partnerkonflikte, Burn- Out- Syndrom, psychogene
Essstörungen, Übergewicht, Magersucht, Eß- Brech- Sucht,
Borderline- Syndrom und Abhängigkeiten (Alkohol, Nikotin,
Tabletten, zwanghaftes Glücksspiel).
Nachbehandlungen nach schweren körperlichen Er-krankungen, wie z.B. Krebs, Multiple Sklerose, sind möglich.
Jessica: Haben Sie ein bestimmtes Behandlungskonzept?
Dr. Ingwersen: Ja! Es handelt sich um ein hochgradig auf Psychotherapie
spezialisiertes Angebot, das unsere Patienten 30 bis 40
Stunden in der Woche in Anspruch nimmt. Es wird ein
psychodynamisches Therapiekonzept verwirklicht, mit einem zusätzlichen Intensivtraining zur Selbsthilfe – nach bewährtem Vorbild von Dr. Walther H. Lechler, dem ärztlichen Gründer des Bad Herrenalber Modells.
Theoretische und methodische Grundlage unserer Arbeit ist
die systemische Psychotherapie (die in Deutschland vor allem
durch die Neue Heidelberger Schule um Prof. Helm Stierlin
bekannt geworden ist): In diesem Ansatz focussiert das
TherapeutInnen- Team auf kommunikative Zusammenhänge
des symptomatischen Verhaltens sowohl in der Familie als
auch im weiteren Umfeld wie dem Arbeitsplatz.
Tragendes Element in der Klinik ist die therapeutische
Gemeinschaft im Sinne einer teaching- learning- community
nach Lechler. In solchen übersichtlichen peer groups gibt es
klare Regeln ( vor allem Abstinenz von psychotropen
Substanzen und sexuellen Beziehungen), und es findet hier
ausgiebiger zwischenmenschlicher Austausch statt („ansteckende Gesundheit“); gleichzeitig wird dem Bedürfnis
des Einzelnen nach Schutz der Privatsphäre für ihn selbst und
seine Angehörigen sorgfältig Rechnung getragen.
Am Anfang der Maßnahme steht eine eingehende ärztliche
Untersuchung. Optimale somatische Diagnostik und Therapie
sind auch durch die enge Zusammenarbeit mit Kliniken
anderer Fachrichtungen gewährleistet.
Es werden täglich leistungsgestufte Sporttherapie im Terrain,
Schwimmen, Kneipp`sche Anwendungen, Sauna und andere
Aktivitäten angeboten.
Alle diese therapeutischen Maßnahmen bekommen eine
wertvolle Ergänzung durch die allabendlichen
Selbsthilfegruppen des Zwölf- Schritte Programms der
anonymen Alkoholiker, der anonymen Esssüchtigen, der
anonymen Glücksspieler und anderer derartiger Gruppen,
deren hohe Effizienz wissenschaftlich gut belegt ist. Im
Anschluss an einen stationären Aufenthalt bieten
entsprechende meetings am Heimatort langfristige
Stabilisierungsmöglichkeiten.
wenn sie keine Lust mehr haben?
Dr. Ingwersen: Ja! Hier ist alles freiwillig. Wenn Gruppensitzungen sind, kann der Behandelte ruhig still die Sitzungen begleiten. Es ist alles freiwillig . Die Fenster sind nicht verriegelt, außer wenn
einer/e sich etwas antun will.
Dr. Ingwersen: Ja! Wir konnten ihr nicht mehr helfen.
Dr. Ingwersen: Es sind immer Alkoholiker hier. Nicht viele, meist 5 bis 10.
Zur Zeit leben hier 5 Alkoholiker.
Dr. Ingwersen: Ein Rückfall ist nicht so schlimm. Wie heißt es so schön? Aus
Fehlern lernt man. Aber sonst konnten wir hier vielen helfen.
Dr. Ingwersen: Es können 92 Patienten aufgenommen werden. Wir haben 60
Einzel- und 16 Doppelzimmer.
Dr. Ingwersen: Um 5.30 Uhr aufstehen und zum Meditationstraining gehen. Das heißt, sich gleich am frühen Morgen auf den Körper
konzentrieren. Anschließend in den Schloßpark. Nach
Wünschen des Patienten kann er spazieren gehen oder
joggen. Danach kann, wer will, sich duschen oder frisch
machen. Nun frühstücken von 7.30 bis 8.30 Uhr.
An manchen Tagen Körpertherapie. Dann Gruppenrunde von
10.00 bis 12.30 Uhr. Von 12.30 bis 13.30 Uhr Mittag.
Jetzt gibt es Gruppenangebote, auch ohne Gruppenleiter, sowie Sportgruppen. Von 18.00 bis 19.00 Uhr Abendbrot.
Nun kommen die Selbsthilfegruppen zusammen.
Um 22.30 Uhr ist dann Nachtruhe.
Regisseur vom Kino und Theater hier. Eine Pianistin...
Jessica: Ist in dieser Klinik alles vertreten, von reich bis arm?
Dr. Ingwersen: Na ja, hier ist eigentlich alles vertreten. Nur nicht der Teil von
Menschen, der Drogen nimmt, wo es gleich auffällt. Hier sind
die vertreten, bei denen man es nicht sieht. Bei den anderen wäre es zu gefährlich, weil sie in eine geschlossene Anstalt müssten.
Merle: Gibt es eine Hausordnung (Regeln) ?
Dr.Ingwersen: Ja! Sonst würde es nicht so gut hier laufen.
1. Alles, was die Gefühle der Patienten manipulieren kann, kann auf verschiedene Weise die Psychotherapie beeinträchtigen. Jeder /e Patient/in verzichtet – auch außerhalb der Klinik – auf die Einnahme von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen.
2. Die Einnahme von Medikamenten wird zu Beginn des stationären Aufenthaltes vom Patienten und seinem Arzt vereinbart. Der Patient verzichtet entsprechend auf eigenständige Medikation.
3. Vom Leihen und Borgen unter Mitpatienten ist
abzusehen.
4.Es ist auch erforderlich, dass für die Zeit des
stationären Aufenthaltes von einigen gewohnten
Ablenkungsmöglichkeiten „gefastet“ wird. Bitte deshalb von
vornherein zu Hause lassen: Fernseher, Video- und
Audiorecorder, Radio, PC, Walkman, Radiowecker und
dergleichen.
5. Allgemeine Verpflichtungen sind die Teilnahme am Frühsport, werktags um 6.30 Uhr, und die Nachtruhe täglich ab 22.30 Uhr.
6. Und bitte beim Verlassen der Klinik einen kurzen Vermerk
in unser Ausgangsbuch über das Ziel und die Zeit der
Rückkehr hinterlassen.
Jessica: Wer bezahlt den Aufenthalt in der Klinik?
Dr. Ingwersen: Die Kostenträger der Fachklinik können sein:
1. Die Gesetzlichen Krankenversicherungen
2. Die Rentenversicherungen (BfA und LVA)
3. Die Privaten Krankenversicherungen
Jessica & Merle: Herr Dr. Ingwersen, wir bedanken uns ganz herzlich für
dieses Gespräch.
Mascha
Eine 19jährige erzählt von sich und ihrer Magersucht
„Spieglein, Spieglein, ...
wer ist die Dünnste im ganzen Land?“
Wenn Essen zum Lebensinhalt wird...
Ich bin 19 Jahre alt und magersüchtig. Mager-Sucht... Klingt irgendwie komisch. Es sind zwei Wörter, die wir fast täglich hören, aber wie passen die zusammen? Wie kann man nach etwas süchtig sein, das man weder essen noch trinken noch schlucken oder spritzen kann? Bedeutet ‘Sucht’ nicht immer, etwas in Unmengen zu konsumieren und das Gefühl zu haben, ohne nicht mehr leben zu können?
Das zweite mag ja auch auf Magersucht zutreffen; nur, auf was kann man nicht mehr verzichten; was ‘konsumiert’ eine Magersüchtige? Schließlich kann man NICHTS schlecht zu sich nehmen bzw. was sollte daran so schlimm sein, wenn man plötzlich NICHTS nicht mehr hat?
Das Wort an sich klingt widersinnig, und doch trifft es den Sachverhalt genau. Als Magersüchtige sehnt man sich danach, dünn zu sein, nein, schlank zuerst, dann dünn und schließlich mager. Das Schlimme ist, dass diese Übergänge für das Auge der Betroffenen meist so fließend sind, dass sie von ihr gar nicht bemerkt werden.
Aber bevor ich jetzt anfange, Magersucht sachlich und als Außenstehende zu beschreiben, was eigentlich sowieso nicht möglich ist, da ich selbst mittendrin stecke, möchte ich meine eigene Geschichte erzählen, die zwar nur meine Erlebnisse und Erfahrungen widerspiegelt, in den meisten Punkten aber stellvertretend für das typische Krankheitsbild ist. Ich kann allerdings meist nur ungefähre Zahlen geben, da ich die lange erst gar nicht bemerkte.
Als ich ungefähr 14 Jahre alt war, also als pubertierende `Möchtegern-Erwachsene`, die ersten Versuche startete, länger als 22 Uhr in der Disco zu bleiben, fand ich plötzlich, dass meine Oberschenkel im Verhältnis zum Rest des Körpers zu dick waren. Gerade im Badeanzug fiel das sehr auf! Ich beschloss, etwas gegen dieses Missverhältnis zu unternehmen und wollte die wöchentliche Ballettstunde dazu nutzen, „ein paar mehr Muskeln aufzubauen“. Gerade hier hatte ich Gelegenheit, meine Beine zu prüfen, und mein Spiegelbild bestätigte meine Erkenntnis. Ich begann, mir die anderen Mädchen genauer anzusehen und hatte das Gefühl, dass sie alle ‘normal’ schlanke, gerade Beine hatten, die nicht wie meine, „so nach außen beulten“. Besonders erschrak ich, als ich entdeckte, wie meine Oberschenkel beim Sitzen sich platt und schwabbelig fast über den ganzen Stuhl ausbreiteten. Das war zum Glück nicht mehr so schlimm, wenn ich die Beine übereinander schlug oder die Füße aufsetzte. Trotzdem konnte das so nicht weitergehen. Wenn also die Ballettstunde nicht ausreichte, wollte ich, wenn schon keine Muskeln, jedenfalls auch kein Fett, und das kam garantiert von den Süßigkeiten. Ich begann also, mit Schokolade und Bonbons sparsamer umzugehen und sie durch Obst zu ersetzen. Da ich eigentlich fast alles esse und auch Obst sehr gerne mag, fiel es mir überhaupt nicht schwer, statt des ‘Snickers’ einen Apfel zu essen; ich fühlte mich damit sogar besser, konnte aber nicht völlig auf Süßigkeiten verzichten, so dass mal ein Stück Kuchen oder auch Schokolade erlaubt waren.
Als sich der Erfolg jedoch nicht so recht einstellen wollte, wurden auch diese Sachen gestrichen. Ich merkte, dass mir der Verzicht gar nichts ausmachte, also konnte es doch gar nicht so schwierig sein, ein bisschen abzunehmen, wie immer gesagt wurde. Durch Sport wollte ich das Ganze noch unterstützen, also fuhr ich, wo es ging, mit dem Rad oder ging zu Fuß. Der Fahrstuhl wurde durch die Treppe ersetzt - nicht selten im Renntempo. Wenn ich lange sitzen musste, wurde ich unruhig und nutzte jede kleine Gelegenheit, um mich irgendwie zu bewegen, und sei es Gymnastik auf dem Klo.
Bald konnte ich mich gar nicht mehr richtig konzentrieren, weil ich immer daran dachte, wie ich die gesessene Zeit wieder ausgleichen konnte. Überhaupt drehte sich bald mein ganzes Denken nur ums Essen und um den Sport. Ich fing an, Kalorien zu zählen und Lebensmittel daraufhin miteinander zu vergleichen. Auch unter den gesunden Lebensmitteln, die ich mir bis dahin ruhigen Gewissens noch gegönnt hatte, fielen einige dadurch weg, weil sie zu viel Fett oder Zucker hatten. Fleisch, das ich sowieso nie in Mengen gegessen hatte, wurde fast ganz gestrichen und nur in ‘Notfällen’ in Angriff genommen, d.h., wenn wir eingeladen waren, um blöden Fragen aus dem Wege zu gehen.
Wenn etwas ganz offensichtlich vor Fett triefte oder mit Zucker bestreut war, versuchte ich, so gut es ging, es auszuquetschen oder es abzukratzen. Beim Essengehen griff ich immer häufiger zu Salaten oder Kleinigkeiten. Wenn ich wusste, dass ein Restaurantbesuch oder eine Feier, wo es etwas zu essen gab, anstand, hungerte ich vorsorglich den ganzen Tag, um abends dann zuschlagen zu können, ohne den (von mir selbst bestimmten) Tagesbedarf zu überschreiten. Am besten fühlte ich mich, wenn ich weniger gegessen hatte als am Vortag, zumindest aber durfte es auf keinen Fall mehr sein. Um das Gewicht zu kontrollieren, das glücklicherweise schon um einiges runtergegangen war, stellte ich mich täglich auf die Waage. Manchmal auch mehrmals, z.B. vor und nach dem Sport, um sicher sein zu können, dass es etwas ‘gebracht’ hatte. Weil es dann gut klappte, steigerte ich meine Bewegung noch mehr und machte zusätzlich ausgedehnte Spaziergänge durch die Siedlung, nicht selten noch abends vorm Schlafengehen, um nicht mit ‘vollem Magen‘ im Bett zu liegen. In jeder Freistunde fuhr ich mit dem Fahrrad in die Stadt und lief dort herum, auch wenn ich gar nichts brauchte. Mein Pony, das ich damals besaß, wurde mehr und mehr zum Sportgerät und diente dazu, meinem Bewegungsdrang abzuhelfen. Spaß hatte ich immer weniger und ritt manchmal stundenlang, um Kalorien abzubauen. Wenn ich das Gefühl hatte, zu viel gegessen zu haben, kam es nicht selten vor, dass ich meine miese Laune beim Reiten herausließ, was mir jedoch, auch damals schon, im nächsten Moment leid tat.
Überhaupt wurden meine Stimmung und meine Zufriedenheit völlig vom Essen abhängig. War ich damit zufrieden, hatte es also geschafft, nicht mehr als nötig zu essen, ging es mir gut. Ich hatte gute Laune, wollte mit allen Leuten reden und fühlte mich total fit. Hatte ich hingegen das Gefühl, zuviel, also über den Hunger hinaus gegessen zu haben, hatte ich überhaupt keine Lust auf andere Leute, zog mich häufig in mich zurück, ärgerte mich über mich selbst und überlegte, wie ich es wieder wettmachen konnte. Da ich mittlerweile fast einen festen Plan hatte, was ich am Tage essen durfte, überprüfte ich in Gedanken ständig, ob ich die Mengen eingehalten hatte. Ohne es zu merken, reduzierte ich den Plan jedoch immer mehr, da ich versuchte, die Menge des Vortages zu unterbieten. Die Waage war dabei ebenfalls ein unentbehrliches Hilfsmittel; sie bestimmte meine Laune und was ich noch essen durfte. Die Mahlzeiten wurden immer kleiner, zumindest aber kalorienärmer. Da ich mittlerweile voll Bescheid wusste, was wie viele Kalorien hat, überlegte ich ständig, was ich durch was ersetzen konnte, um Kalorien einzusparen. Obst und rohes Gemüse in Massen machten zumindest kurzfristig satt, ansonsten aß ich zwar manchmal zu Mittag, schummelte jedoch häufig wieder etwas von dem, was ich mir auf den Teller getan hatte, zurück in den Topf. Wenn es Salat gab, aß ich davon schon manchmal vorher möglichst viel.
Zu Trinken gab es eigentlich nur noch Wasser und jede Menge Tee mit Süßstoff, da ich die Kalorien in Getränken als ‘unnütz’ erachtete; wenn, dann wollte ich sie schon essen.
Wie vielleicht deutlich geworden ist, drehte sich alles in meinem Kopf nur noch ums Essen. In der Schule, beim Reiten oder auch, wenn ich mich mit Freunden traf, hatte ich im Hinterkopf ständig Kalorientabellen und Essenspläne. Während ich eine Sache aß, überlegte ich schon, was ich als nächstes zu mir nehmen würde, und achtete genau darauf, nur so viel zu essen, bis ich satt war. Ich hatte sogar bestimmte Zeiten, zu denen ich nur essen durfte. Wenn ich also gefrühstückt hatte, mussten erst ca. zwei Stunden vergehen, bis zum Pausenbrot, nach dem Mittagessen mindestens drei Stunden etc. Kam es einmal vor, dass dieser Zeitplan durcheinandergebracht wurde, weil jemand etwas ausgab oder ich eher von der Schule nach Hause kam, geriet ich regelrecht in Panik. Normalerweise lehnte ich dann dankend ab, weil ich ja zu Hause essen würde, wenn ich jedoch einmal zulangte, weil es mich einfach so überkam, musste ich bei der nächsten Mahlzeit etwas weglassen, um ja nichts zusätzlich zu essen.
Um den Überblick zu behalten, ging ich dazu über, immer die gleichen Sachen in der gleichen Menge zu essen. ‘Spontanes’ Essen war schon lange nicht mehr drin, so dass ich meistens, wenn ich mit Freunden wegging, gar nichts bestellte und dumm daneben saß, während die anderen aßen oder etwas tranken. Ich hätte mir ja Wasser oder Tee bestellen können, aber dafür wollte ich kein Geld ausgeben, schließlich gab’s das zu Hause umsonst.
Dass ich mich durch dieses Verhalten von den anderen abgrenzte, war mir bewusst und rief sogar irgendwie ein Gefühl der Überlegenheit hervor. Wenn ich andere essen sah, mich selbst jedoch ‘beherrschen’ konnte, fühlte ich mich total gut. Mein leerer Magen löste teilweise sogar eine richtige Hochstimmung aus und machte mich sehr leistungsfähig und ehrgeizig. Obwohl ich ständig ans Essen denken musste, steigerte ich mich in die Arbeit hinein, vor allem in der Schule. Wenn ich dann darüber nachdachte, was ich am Tage alles gegessen hatte, hob das meine Stimmung beträchtlich. Ich war regelrecht stolz auf mich, wie zäh und ausdauernd ich war. Um mich abzulenken und bloß nicht in Versuchung zu kommen, zu essen, war ich fast nie zu Hause und flüchtete mich in irgendwelche Aktivitäten. Je mehr ich an einem Tag schaffte, umso ‘gelungener’ fand ich diesen. Jede Minute wollte ich ‘sinnvoll’ nutzen. Wenn ich es einmal nicht geschafft hatte, alle meine Zeit zu verplanen und zu Hause untätig herumsaß, rief ich alle möglichen Leute an, bis ich jemanden gefunden hatte, mit dem ich mich treffen konnte, zumindest aber, um die Zeit (bis zur nächsten Mahlzeit) zu überbrücken. Denn natürlich hatte ich ständig Hunger; gerade, wenn man nicht isst, obwohl man hungrig ist, denkt man ständig ans Essen und stellt sich die leckersten Sachen vor.
Wenn ich an Bäckereien und Süßwarenläden vorbeiging, schaute ich nur gierig die Auslagen an, kaufte jedoch nie etwas und freute mich, dass ich nicht schwach wurde, während andere die dicken Kuchenstücke in sich hineinstopften. In Zeitschriften interessierten mich am meisten die Rezeptseiten, von denen ich mir das leckerste Gericht aussuchte, das ich irgendwann später einmal kochen wollte, wenn ich erst dünn genug war. Dass es ein ‘dünn genug’ nicht gab, wollte ich nicht wahrhaben, sondern setzte mir immer neue Grenzen, die ich jedoch bald wieder unterschritt. So sagte ich mir bereits bei 43 kg: „Jetzt ist Schluss! Mehr soll es zwar nicht wieder werden, aber weiter runter darf es auch nicht gehen.“
Irgendwie wusste ich also schon, dass es nicht gesund war, sich so weit herunterzuhungern, aber der Reiz, das Gewicht noch weiter zu reduzieren und noch dünner zu werden, war so groß, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Das Abnehmen war zur Sucht geworden. Natürlich war mir das damals noch nicht klar, schließlich hatte ich mir mit der Zeit meine eigene Hungerwelt aufgebaut, in der Abnehmen das einzige Ziel war. Auch wenn mich immer öfter Leute ansprachen, dass ich ja so dünn geworden sei und mal mehr essen müsse, fand ich das nicht unangenehm; ich war sogar stolz, dass man es bemerkte. Solche Kommentare bestärkten mich noch in meinem Verhalten, und die Gewichtsgrenze sackte erst langsam, dann immer schneller weiter nach unten. Mit jedem schwindenden Kilo fühlte ich mich besser und merkte gar nicht, wie schlimm ich mittlerweile aussah. Wenn ich mich im Spiegel betrachtete und überall die Knochen zu sehen waren, war ich beruhigt. Nur meine Beine waren immer noch etwas zu dick. Ich fand meinen Anblick völlig normal und sogar schön. Mein Blick für meinen Körper war total verstellt, und ich konnte meine Magerkeit nicht als solche erkennen, konnte mir gar nicht vorstellen, einmal anders ausgesehen zu haben.
Als ich bei ca. 40 kg gelandet war, fingen meine Eltern, die das Ganze lange schweigend beobachtet hatten, an, sich ernsthaft Sorgen zu machen, und es kam zu ersten Diskussionen. Natürlich ging es dabei immer ums Essen und durch besonders leckere Sachen wurde versucht, mich zum Essen zu bewegen. Das war natürlich völliger Quatsch, denn Hunger hatte ich ja und es schmeckte mir immer; gerade wenn man sich schon den ganzen Tag auf eine Mahlzeit freut, ist es ein echter Genus.
Ich fing an, unheimlich langsam zu essen, um so zu tun, als wäre es viel und es mir selbst einzureden. Auf diese Weise wurde ich schnell satt, auch wenn ich nur kleine Mengen zu mir nahm.
Natürlich merkten meine Eltern trotzdem, dass es immer weniger wurde, und so kam es immer wieder zu Streitereien. Bald hielt ich es nicht mehr aus und war sehr traurig über die häufige dicke Luft zu Hause, so dass ich mir vornahm, zumindest ein bisschen zuzunehmen, um meine Eltern zu beruhigen.
Doch es ging nicht. So sehr ich es auch versuchte, ich trickste mich jedes Mal wieder selbst aus. Die Sucht hatte sich irgendwie verselbständigt und immer, wenn ich mir vornahm, wenn ich hungrig war, zu essen, war da so etwas wie eine Sperre, eine innere Stimme, die mich daran hinderte. Ich vertröstete mich dann auf den nächsten Tag, sagte mir, dass ich „nur noch heute“ noch einmal hungern wollte; gleich morgen beim Frühstück fange ich an, ‘normal’ zu essen. Natürlich tat ich’s nicht, bzw. stellte das Essen sofort wieder ein, sobald die Waage nur 100 g mehr anzeigte. Ich versuchte, mich zu ärgern, wenn ich wieder abgenommen hatte, war aber in Wirklichkeit froh darüber.
Bald gingen mir die Bemerkungen anderer Leute auf den Keks, und ich verteidigte meine Krankheit, wo immer es ging. Ich wurde trotzig und reagierte empfindlich, wenn jemand versuchte, mir reinzureden, obwohl ich wusste, dass das alles ja nur aus Sorge geschah. Dennoch wollte ich nicht wahrhaben, wie gefährlich ein solches Untergewicht sein kann. Auch, wenn man mir erzählte, dass jede fünfte Magersüchtige stirbt oder mir die möglichen Spätfolgen wie Osteoporose, innere Schäden und Haarausfall aufzählte, wollte ich es nicht glauben bzw. dachte, mir passiert das doch nicht. Schließlich fühlte ich mich mit meinen 38 kg doch noch völlig fit und hatte keinerlei Beschwerden, nur ein paar Durchblutungsstörungen oder Schwindelanfälle, die ich jedoch als unwichtig abtat und keinesfalls mit meinem Hungern in Verbindung brachte. Auch das ständige Frieren ignorierte ich oder nutzte es sogar als Alibi, mich noch mehr bewegen zu müssen. Überhaupt verbrachte ich den größten Teil des Tages damit, herumzulaufen, Fahrrad zu fahren und Treppen zu steigen, wo es nur ging. Weil ich so langsam aß, stand ich sogar manchmal schon auf, bevor ich fertig war und aß im Stehen weiter, um ja nicht zu viel herumzusitzen. Irgendwann, nachdem ich ungefähr ein Jahr lang so extrem in der Sucht gelebt hatte und nach unzähligen Versuchen seitens meiner Eltern, auf mich einzureden, um mir die Gefahr deutlich zu machen, willigte ich schließlich ein, mich in psychologische Behandlung zu begeben. Die Konsequenz war ein fünfwöchiger Aufenthalt in einer psychosomatischen (wenn eine Krankheit psychisch bedingt ist, aber die Symptome sich am Körper zeigen) Klinik und anschließend zwei Wochen Krankenhaus mit künstlicher Ernährung, was jedoch erfolglos blieb, so dass ich schließlich auf eigenen Wunsch nach Hause gehen konnte.
Es folgten Wochen, in denen die Krankheit schlimmer als vorher zum Ausbruch kam und demnach kaum ein Tag ohne Streit verging.
Schließlich fand ich eine Psychologin, die mich trotz meines niedrigen Gewichts - man hat herausgefunden, dass Patienten ab einem bestimmten Untergewicht nicht mehr aufnahmefähig genug sind- behandeln wollte. Seit ca. einem Jahr habe ich jetzt zweimal die Woche ein Gespräch mir ihr, und es gefällt mir gut.
An dieser Stelle möchte ich, was die Entwicklung meiner Magersucht angeht, stoppen. Ich will nur sagen, dass ich zwar noch lange nicht raus, aber schon einen Schritt weiter bin. Was jetzt kommt, ist bei jedem wahrscheinlich anders und deswegen schwer zu beschreiben.
Was mir noch wichtig erscheint und wahrscheinlich für Außenstehende auch interessanter ist, sind die Auswirkungen der Sucht auf die Beziehungen zu anderen Menschen.
Wie ich schon vorhin beschrieben habe, dreht sich irgendwann alles im Kopf nur noch ums Essen bzw. Nicht-Essen. Alles wird auf Fett, Zucker und Kalorien überprüft, um dann zu entscheiden, ob man es essen darf. Am ‘sichersten’ ist natürlich Obst und rohes Gemüse, das in Massen verzehrt wird, um den gröbsten Hunger zu stillen. Je länger man dabei kaut, umso weniger genügt zum Sattwerden. Ich habe es mal geschafft, fast eine geschlagene Stunde an einem Apfel zu knabbern! Ich behauptete, ihn so besser genießen zu können, außerdem hört man ja immer wieder, wie gesund gründliches Kauen ist. Solche und ähnliche Argumente suchte ich zu meiner Verteidigung.
Nicht nur beim Essen selbst, sondern vor allem zwischen den völlig festgelegten Mahlzeiten denkt man darüber nach. Ich malte mir dann die nächste Mahlzeit schon genau aus und ‘bastelte’ sie so zurecht, dass sie in meinen Tagesplan passte. Mindestens ebenso oft dachte ich aber auch an die ganzen Süßigkeiten, Pizzen und Pommes, die überall meine Augen und meine Nase umschmeichelten und das Widerstehen fast unmöglich machten. Sehnsüchtig schaute ich mir diese Sachen dann an, war aber umso stolzer, wenn ich daran vorbeiging, ohne etwas zu kaufen. Manchmal gönnte ich mir sogar eine solch verbotene Sache, hatte dann jedoch ein solch schlechtes Gewissen, dass ich sofort übertrieben Sport machte oder dafür am nächsten Tag hungerte.
Wenn die Gedanken also pausenlos ums Essen kreisen, bleibt dann noch Zeit für andere Dinge, z.B. Familie und Freunde? Ich kann von mir sagen: NEIN. Zwar bin ich fast ständig mit anderen Menschen zusammen, aber richtiges Interesse und echte Gefühle sind selten geworden. Das kann ich mittlerweile zugeben, weil ich merke, wie ich mich langsam wieder an andere herantasten muss. Zeitweilig habe ich, glaub’ ich, meine Freunde nur als Lückenfüller und Zeitvertreib benutzt, um mich vom Essen abzulenken. Meine Gedanken konnte ich davon jedoch nicht lösen und hörte manchmal bei einer Unterhaltung gar nicht richtig zu. Wenn ich wie verrückt herumtelefonierte, war es meist nur, um nicht ‘aus Versehen’ oder aus Langeweile zu essen. Man wird nach und nach zum Egoisten und zieht sich innerlich zurück, ohne es selbst zu merken. Die ‘beste Freundin’ wird irgendwann die Magersucht, die das gesamte Leben bestimmt. Ein Leben nach Zeit und Kalorien, das völlig durchgeplant ist, um weder zu viel zu essen, noch zu viel freie Zeit - Leerlauf - zu haben. Für Spontaneität und Lebensfreude ist da kaum noch Platz. Die einzige Freude ist die tägliche Gewichtsabnahme und das tolle Gefühl, einen leeren Magen und einen flachen Bauch zu haben. Der einzige Genus ist das langersehnte und hart erarbeitete Essen.
Andere Menschen interessieren oft nur als Maß und Vergleichsobjekte, um sich die eigene Dünnheit zu beweisen. Wenn ich durch die Stadt gehe, erwische ich mich immer noch dabei, wie ich misstrauisch und prüfend andere Mädchen beobachte und mich heimlich mit ihnen vergleiche. Dabei finde ich ‘normal’ schlanke Frauen hübsch und keinesfalls zu ‘fett’, wie man ja denken könnte, sondern nur bei mir kann ich mir ein normales Gewicht nicht mehr vorstellen.
Neben den Beziehungen zu Freunden beeinträchtigt die Sucht natürlich auch oder vor allem die Situation in der Familie. Aus Sorge und Hilflosigkeit versuchen alle, einen zum Essen zu überreden oder zu zwingen. Es einfach zu ignorieren, schaffen wahrscheinlich die wenigsten, und das wäre auch gefährlich, da die Süchtigen selbst ihre Krankheit meistens nicht als Gefahr erkennen.
Ich könnte noch Seitenweise über Magersucht berichten, merke aber, wie ich jetzt in den allgemeinen, erklärenden Bereich hineinrutsche. Eigentlich wollte ich ja nur von mir erzählen, um einen kleinen Einblick in die Krankheit zu ermöglichen.
Falls der/die ein/e oder andere sich vielleicht mit meinem Text identifizieren konnte und gemerkt hat, dass ihm/ihr einiges durchaus bekannt vorkommt, ist er/sie natürlich auf keinen Fall gleich magersüchtig. Vielleicht solltest du, ich spreche jetzt mal alle die an, die doch hellhörig geworden sind, aber doch mal prüfen, ob nicht Figur, Gewicht und Kalorien einen auffällig großen Teil deiner Gedanken ausmachen. Wie man magersüchtig wird und wer gefährdet ist, kann und will ich nicht sagen. Ebenso wenig gibt es ein Patentrezept, wie man wieder herauskommt.
Ich kann nur von mir selbst sagen, dass das Wichtigste war, dass ich die Krankheit als solche bzw. als Sucht erkannt habe und merke, wie unnormal und krankhaft mein Verhalten ist. Ich sehe an anderen, wie schön das Leben sein kann, wenn man es ohne ständige Selbstkontrolle und eigens auferlegte Verbote einfach genießen kann.
Das gelingt mir leider noch nicht wieder, aber ich habe durch diesen Text alles noch mal Revue passieren lassen und erkannt, wie absolut ‘bescheuert’ ich zeitweise gehandelt habe und es auch jetzt noch tue. Auch wenn man noch mittendrin steckt, kann man sich selbst mit einem gewissen Abstand betrachten. Ich glaube, den ersten Schritt heraus hat derjenige getan, der sagen kann: „Ich bin magersüchtig.“
Carolin
... über Drogen, Freunde, Liebe, ...
Wofür braucht man sie eigentlich, wozu sind sie da? Um Spaß zu haben, um vergnügt zu sein. Schön. Aber können wir das nicht auch so? Ausgelassen lachen, feiern und Spaß haben, wie die Kinder um uns herum. Aber nein, als Jugendlicher hat man zu rauchen, zu saufen und Drogen zu nehmen. Stimmt doch, oder? Diese Ausgelassenheit von früher war doch schön. Na gut, jetzt denke ich: „Früher - so was Altmodisches. Man muss im Trend liegen, das ist das, was zählt!“ Aber wer macht den Trend? Wir doch, oder? Oder etwa doch die alten Leute, die Altmodischen, die uns doch sowieso nicht verstehen. Doch wenn wir den Trend bestimmen, können wir ihn doch auch ändern! Oder heißt es da gleich wieder: „Was soll der Scheiß? Wir lieben es doch so, wie es ist!“ Aber denk doch mal nach. Ist das Leben denn wirklich so schön, wenn wir aus dem Rausch aufwachen? Es ist doch nichts besser als vorher. Oder irre ich mich da...!?!
Sie sind die Seele der Menschen. Sie spiegeln alles wieder: die Gedanken und die Gefühle eines jeden. Manchmal träumt man Gutes, doch zwischendurch ist auch ein schlechter Traum dabei. Einige Menschen träumen auch am Tage, sie sitzen da und denken oder träumen von ihrem Leben, wie es ist und wie es wird. Die Geschehnisse vom Tage werden oft auch in den Träumen verarbeitet. Träume sind eine sehr schöne Sache, denn sie zeigen uns die Welt unserer Wünsche, wo jeder jeden versteht und respektiert, wo einem zugehört wird und jemand für einen da ist. Diese Dinge gibt es kaum noch auf dieser Welt. Hier hasst man sich ja nur noch...
Vergeben ist eine der wichtigsten menschlichen Eigenschaften, die man besitzt. Nicht jeder Mensch kann vergeben, nicht einmal die kleinste Kleinigkeit. Er rastet gleich aus. Andere hingegen haben so ein großes Herz, die vergeben schnell etwas...
In jedem von uns ist er drin. Selbst im liebsten, nettesten und stillsten Menschen breitet er sich aus. Ein jeder kennt ihn. Den Hass auf den Lehrer, die Eltern, die Freunde... Doch dies sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was andere Menschen durchmachen. Hass auf einen Vergewaltiger, Hass auf denjenigen, der dich ermorden wollte, oder auf andere kranke Menschen. Mein größter Hass geht auf die Menschheit selbst, auf mich, auf dich, auf alle und jeden, die und wir, die zu doof sind, diese Welt zu retten. Aber nein, wir zerstören sie noch weiter und weiter, bis am Ende alles ausgelöscht ist. „Die Menschheit wurde von der Menschheit zerstört“ wird auf dem Grabstein der Erde stehen.
Tränen. Sie sagen Freude aus und Leid. Wenn man traurig ist oder einsam, kommen einem oft die Tränen. Aber auch schon Schmerzen im Herzen, die auf die Tränendrüsen drücken. Doch auch vor Freude kommen einem manchmal die Tränen, z.B. wenn jemand kommt, den du lange nicht mehr gesehen hast. Doch er geht wieder und verlässt dich. Wieder kommen die Tränen. Oder lacht man von Herzen und amüsiert sich köstlich, kullern hier und dort auch ein paar Tränchen. Man sieht oft Mädchen, die traurig sind. Doch auch Jungs sind traurig, sie zeigen es nur nicht offen. Doch ich finde, wenn ein Junge weint, zeigt es nur, dass ein Junge auch nur ein Mensch mit einem Herzen ist. Wenn Barbies weinen, ist das ihr Ruf nach Hilfe, da sie ja bekanntlich nicht reden können.
Verliebt...
Verliebsein ist einfach wunderschön. Man schwebt auf Wolke 7 und ist einfach glücklich. Doch meistens sabbelt man blödes Zeug, achtet nicht auf seine Mitmenschen, vergisst seine Umwelt und in manchen Momenten sogar seine besten Freunde. Aber im großen und ganzen ist Verliebsein das Schönste, was einem auf diesem grässlichen Planeten - gleich neben den guten und besten Freunden - passieren kann. Im Körper fliegen die Schmetterlinge nur noch kreuz und quer, sie finden einfach keine Ruhe. Man braucht ja nur an ‘ihn’ zu denken, schon kribbelt es nur noch so. Es ist einfach wunder-wunder-wunderschön. Und sieht man ‘ihn’, könnte man explodieren vor Glück.
Sie sind das Wichtigste im Leben eines Menschen. Einfach ausgelassen reden oder nur mal Blödsinn machen. Doch auch in der Not ist ein guter Freund zur Stelle, tröstet oder muntert auf, hat auch ein oder zwei große Ohren für den Kummer und die Sorgen. Man steckt Vertrauen in sie und wünscht es sich auch zurück. Doch manche missbrauchen dieses Vertrauen, nutzen einen aus und benutzen ihn. Einige haben viele, andere nur ein paar Freunde, doch eins ist sicher: einen einzigen Freund braucht jeder!
‘Hundert Freunde im Glück
halten einen Feind zurück.
Aber ein Freund in der Not
schlägt hundert Feinde tot.‘
Verliert man einen durch eine dumme Sache, so ist das größte Unglück der Welt.
Man schaut hinauf, in den dunklen Himmel. Immer tiefer und tiefer. Was man sieht, heißt ‘Sterne’. Unzählig viele. Doch würde man sie richtig benennen, dann würden wir sie Sonnen nennen. So viele dieser unzählig vielen Sterne wachen über uns. Einige bilden Bilder: Drachen, Wagen, Bär und Zwilling sind nur einige Beispiele. Jedes unserer Sternzeichen hat ein Sternenbild. Es ist das Zeichen, das bei uns zu dieser Zeit am hellsten strahlt.
Man schwebt ziellos durch die Luft. Weit über die Häuser, weit über das Elend der Welt. Doch entfliehen kann man ihm nicht, man sitzt fest wie in einem Gefängnis. Wenn man fliegt, dann fühlt man sich frei, so frei wie ein Vogel in der Luft, oder frei, frei wie eine schneeweiße Wolke unterm großen Himmelszelt. Schweben wie ein Engel und Frieden ankündigen - das wäre ein Wunsch, tief aus meinem Herzen. Man fühlt sich mit dem Wind zusammengehörig. Der Wind, ja, der Wind. Er sieht das ganze Elend dieser Welt. Die Kriege, die Zerstörung und noch viel mehr der schrecklichen Sachen dieser Erde. Doch sieht er auch die schönen Seiten des Lebens. Die Geburt, die Versöhnung von zwei sich verhassten Menschen...
„Süchtig sind wir alle - Ich bin süchtig nach...“
Klasse R10a
Meine Sucht sind Bücher. Beim Bücherlesen kann man sich in eine andere Welt denken, man kann abschalten von seinen eigenen Problemen und die Probleme später dann viel objektiver beurteilen.
Ich bin süchtig nach Nikotin, weil es mich beruhigt. Ich bin auch süchtig nach Sex. Ich bin verrückt nach einem bestimmten Mädchen.
Ich bin süchtig nach Musik, Adrenalin und Spaß jeglicher Art.
Ich bin süchtig nach Zigaretten, weil sie mir schmecken. Ich bin süchtig nach meiner Freundin, weil ich sie einfach brauche. Ich bin süchtig nach Tabletten, weil ich sie gegen die Schmerzen nach meinem Bandscheibenvorfall brauche.
Ich bin süchtig nach Nikotin. Wenn man länger keine geraucht hat, wird man so nervös. Ich bin süchtig nach ..., weil ich ihn ganz doll lieb habe. Ich brauche sofort 3 Aspirin bei Kopfweh.
Ich bin süchtig nach Zigaretten, weil ich seit drei Jahren rauche und es mittlerweile zu einer Gewohnheit wurde. Wenn ich am Wochenende was unternehme, dann muss ich unbedingt was trinken.
Ich bin süchtig nach Zigaretten. Wenn mir langweilig ist und ich nicht weiß, was ich sonst tun soll, rauche ich eine. Teilweise bin ich süchtig nach meinem Freund, weil es mit ihm einfach schön ist.
Meine Drogen sind Zigaretten, obwohl ich eigentlich keinen Grund kenne. Außerdem bin ich süchtig nach Nasenspray, weil ich ein Problem mit meiner Nase habe. Ich bin süchtig nach Büchern, denn ich lese für mein Leben gern.
Ich bin süchtig nach meinem PC, weil ich so viel Abwechslung habe (Spiele etc.). Außerdem bin ich süchtig nach Motorrädern – warum, weiß ich nicht. Manchmal muss ich etwas in der Hand haben, meistens ist dieses Etwas eine Zigarette.
Ich bin süchtig nach Kaffee und Zigaretten. Es fängt morgens vor der Schule an. Es beruhigt mich und macht mich wach, morgens zur Musik einen Kaffee und eine Zigarette zu genießen. Ebenfalls bin ich süchtig nach einem Ort und den Leuten. Sie sind alles für mich und bin ich zu lange fort von ihnen, dann habe ich das Gefühl, verrückt zu werden und sterben zu müssen, wenn ich sie nicht bald sehe. Ein kleines Telefonat hilft manchmal, aber hält nicht ewig an. War ich dort und komme zurück, bin ich wie ausgewechselt und fühle mich high.
Meine Droge sind spannende, romantische, packende oder auch sachliche Bücher, Geschichten und Erzählungen. Denn wenn es ein wirklich gutes Buch ist, kann ich nicht mehr davon lassen. Außerdem bin ich noch süchtig nach Soap-Operas, aber nur, wenn sie realistisch und nicht zu übertrieben oder völlig geschmacklos sind. Denn wenn ich einen Teil gesehen habe, will ich unbedingt die Fortsetzung sehen.
Ich bin süchtig nach Fernsehen und Computerspielen, weil mir sonst immer so langweilig ist und ich mich dabei immer beschäftigen kann. Ich bin süchtig nach Fußball, weil man da so schön mitfiebern kann. Ich bin süchtig nach Zigaretten, weil sie gut schmecken (und ich etwas im Mund haben muss, ha, ha, ha!).
Ich bin nach nichts süchtig. Wenigstens weiß ich nichts davon. Ich rauche zwar gern mal ‘ne Zigarette, aber wenn ich ein bisschen angeschlagen bin, kann ich auch drauf verzichten. Mit den anderen Dingen ist es genauso.
Ich weiß nicht genau, wonach ich süchtig bin. Ich liebe Schokomüsli von ‘Dr. Oetker’, aber das ist eigentlich keine Sucht. Nach Nikotin bin ich auch nicht richtig süchtig. Ich glaube, ich bin nach allem süchtig, was es gibt.
Zur Zeit bin ich nicht süchtig. Vor kurzem war ich süchtig nach Zigaretten, doch jetzt darf ich wegen einer Krankheit nicht mehr rauchen. Das Aufgeben ist mir nicht schwer gefallen, da ich sowieso nicht mehr rauchen wollte.
Ich rauche nicht, trinke nur auf Parties, lasse mich aber nicht vollaufen. Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben, aber man trinkt doch etwas am Abend. Ich bin süchtig danach, Briefe zu schreiben und Freunde zu treffen.
Ich bin von Musik abhängig, weil die Musik einfach meine Gefühle widerspiegelt. Und einfach das Schreiben ist auch eine Sucht vor mir, denn ich schreibe Briefe, Gedichte, Lieder, Stories und so weiter. Das brauche ich eben.
Ich will nicht unbedingt sagen, dass ich süchtig nach Zigaretten bin, doch manchmal muss ich einfach eine rauchen, weil mir danach ist oder mir langweilig ist. Manchmal bin ich aber auch süchtig nach meinem Freund, weil die Zeit mit ihm zusammen zu verbringen sehr schön ist und weil ich ihn sehr liebe. Vielleicht gibt es auch noch andere Dinge, nach denen ich süchtig bin, die mir aber nicht bewusst sind. Ich weiß es nicht.
Sehnsucht...
(Klasse H10a)
Man guckt sie an. Ein Lächeln von ihr, und schon schwebt man auf Wolke 7. Nichts ist im Kopf außer ihr. Es ist wie eine Sucht, die schlimmste Sucht, die ich kenne. Schlimmer noch sind die Entzugserscheinungen, wenn man sie länger nicht oder nie mehr sieht. Liebe macht blind, blöd und blauäugig. Die ganze Zeit nur sie, sie und nochmals sie.
Erst weiß man gar nicht, was los ist mit einem. Man kriegt diesen Menschen gar nicht mehr aus seinem Kopf. Man denkt an nichts anderes mehr. Und wenn man diesen Menschen trifft und dann vor ihm steht, bekommt man kaum noch ein Wort heraus. Die Gedanken spielen verrückt. Wenn man verliebt ist, fühlt man sich einfach wunderbar.
Jeder hat seine Vorstellung von diesem Thema, aber wenn es passiert, kommt es anders als erwartet.
Jeder hat seine eigenen Gefühle. So wie ein Verliebter denkt kaum ein anderer. Er fühlt anders als andere. Aber die Gedanken, wie es ist, wenn man richtig verliebt ist, hat bestimmt jeder.
Verliebtsein ist wie Fliegen;
Verliebtsein ist wie Siegen;
Verliebtsein ist das Schönste auf der Welt.
Zwei, die sich gefunden haben, die sind miteinander verbunden und haben einen Anfang, der `freien Gedanken‘ gemacht.
Verliebtsein ist wie in den 7. Himmel zu fliegen.
Jeder träumt und wünscht sich, verliebt zu sein. Verliebtsein ist ein schönes Gefühl. Man ist viel fröhlicher, und man vertraut dem anderen. Wenn man verliebt ist, kann man das gar nicht richtig beschreiben.
Man muss schon etwas Starkes mit dem anderen erleben, um einem die Gefühle zu offenbaren. Denn dann fallen Schranken und Hemmungen. Man vertraut der Person, und man fühlt sich nicht mehr gefangen in seinem Ich.
Verliebtsein ist wie auf Wolke 7.
Verliebtsein ist wie Kribbeln im Bauch.
Verliebtsein ist ... schön.
Viele finden erst nicht zueinander, und dann passiert es. Plötzlich fallen alle Schranken. Hemmungen werden überwunden. Vertrauen wird geschenkt.
Es ist einfach unbeschreiblich schön; manche kommen gar nicht mehr runter.
Verliebtsein ist wie ein Schiff – hat es ein Leck, geht es unter.
Verliebtsein ist für viele überraschend. Erst will man es, und wenn man dann verliebt ist, ist es doch alles anders.
Für viele ist Verliebtsein etwas Schönes. Erst will man, dass man sich richtig verliebt und wenn man dann verliebt ist, weiß man nicht, wie man sich verhalten soll.
Der Sinn des Lebens besteht für mich darin, dass ich etwas aus meinem Leben mache. Beruflich und privat.
Ich bin glücklich, wenn ich gesund, bei meiner Familie und bei meinen Freunden bin. Außerdem bin ich glücklich, wenn ich das tun darf, was mir Spaß macht, ob es nun in der Freizeit ist oder in der Schule.
Der Sinn des Lebens besteht momentan darin, dass ich eine Lehrstelle bekomme. Ich denke, der Sinn des Lebens ändert sich ständig. Vielleicht besteht irgendwann der Sinn des Lebens für mich darin, Kinder zu haben.
Glück ist zufällig. Und man weiß nie, ob man Pech oder Glück haben wird. In diesem Augenblick bin ich über einige Dinge glücklich und über andere nicht, das ist nun `mal so.
Den Sinn des Lebens kann ich nicht so ganz beschreiben, und er ändert sich auch. Ich denke, man sollte sich darüber nicht so viele Gedanken machen; schon das Leben ein wenig planen, doch sonst einfach leben.
Ich lebe einfach für mich und für Menschen, die ich gern habe und die mich genauso brauchen wie ich sie auch.
Ich lebe, um etwas zu erreichen, um schöne Dinge zu erleben und auch schlechte.
Ich lebe auf dieser Welt und bin meistens glücklich darüber.
Glück bedeutet für mich meine Familie und Freunde, Parties feiern, eine gute Arbeit zu bekommen und möglichst das zu erreichen, was ich mir vornehme.
Mein Sinn des Lebens besteht darin, irgendwann einmal Verantwortung zu übernehmen (Familie, Kinder, Arbeit). Aber in meinen jungen Jahren will ich mich noch nicht so festlegen, sondern erst einmal Parties genießen, mit Freunden Spaß haben und viel erleben, außerdem noch einiges in der Arbeit erreichen.
Glück bedeutet für mich, immer gesund zu bleiben, keine Schulden zu haben, allen Ärger aus dem Wege zu gehen und immer gut drauf zu sein.
Ich kann nicht sagen, was für mich der Sinn des Lebens ist oder bedeutet. Vielleicht weil es die Natur so bestimmt hat, aber vielleicht auch, weil ich eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen habe. Ich weiß es nicht. Es kann nicht der Sinn des Lebens sein, zu arbeiten, zu heiraten, ein Haus zu haben und Kinder zu bekommen.
Vielleicht weiß man erst später, was einem der Sinn des Lebens war.
Glücklich sein kann jeder. Viele sehen nur große Dinge als Glück an. Andere wiederum sehen in vielen kleinen Dingen Glück. Jeder Mensch hat eine andere Vorstellung von Glück und vom Sinn des Lebens. Aber keine kann falsch sein.
Glück bedeutet für mich vieles. Ich kann mich an vielen kleinen Dingen wie auch an großen Dingen erfreuen und sagen: Ich bin glücklich oder ich habe Glück gehabt.
Wer hilft wo? - Nützliche Adressen
Alkoholiker
26180 Rastede
Am Horstbusch 24
Treffen:Mittwochs um 20.00Uhr
04402/7325
Anonyme Alkoholiker
Bad Zwischenahn
Lange Str. 6a
Treffen: Dienstags um 20.00 Uhr
04403/4086
Anonymer Elternkreis
Drogen- u. Rauschmittelgefährdeter
u. Abhängiger
Rose 12
Alexanderstr. 17
26121 Oldenburg
0441/83500
Anonyme Spieler
Gemeindezentrum Metjendorf
Schulweg 6b
Treffen: Dienstags um 19.00 Uhr
0441/58671
Bekos
Selbsthilfegruppen
Lindenstr. 12a
26121 Oldenburg
Beratungs- und Behandlungsstelle
Für Suchtgefährdete und Suchtkranke
Und deren Angehörige
Fährweg 2
26160 Bad Zwischenahn
04403/3179
Blaues Kreuz
Kirchenstr. 6
26655 Westerstede
Treffen: Donnerstags um 20.00 Uhr
04403/81345
Diakonisches Werk
Bloherfelder Straße 7
26129 Oldenburg
0441/72051
Freundeskreis Bad Zwischenahn
Fährweg 2 (Suchtberatung)
04489/2339
Treffen: Donnerstags um 20.00 Uhr
Guttempler Gruppe Rostrup
Weberweg
26160 Bad Zwischenahn-Rostrup
Treffen: Montags um 20.00 Uhr
04403/71367
Kreuzbund e.v.
0441/31453
Landeskrankenhaus Wehnen
Hermann-Ehlers-Straße 7
26160 Bad Zwischenahn
0441/68011
Leben mit Drogen
Junkies/Ex-user/Substituierte
Oldenburgische Aids Hilfe
Nadorster Str. 24
0441/883418
Narcotics Anonymous
Bekos
Lindenstr. 12a
26121 Oldenburg
0441/71106
Jugend und Drogenberatung
Lange Str. 20
26160 Bad Zwischenahn
04403/63520
Alexander Str. 17
0441/83500
Runaway
Zufluchtstätte für Mädchen
In Not- und Krisensituationen
0441/9490933
Sozialpsychatrischer Dienst
Rummelweg 18
26122 Oldenburg
0441/2358662
Suchtberatung
Gesundheitsamt Westerstede
Mozartstr. 4
26655 Westerstede
04488/63520