|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Autorenlesung mit Lutz van Dijk
Grußwort Lutz van Dijk: HOKISA Homes for Kids in South Africa Kapstadt, am 1. Mai 2003 An die Haupt- und Realschule Wiefelstede Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern, einige von Euch haben mich bei meinen beiden früheren Besuchen an Eurer Schule kennen gelernt. Ich habe Euch damals davon erzählt, dass ich gemeinsam mit Freundinnen und Freunden in Südafrika den Traum habe, Kindern und Jugendlichen, die von der Krankheit AIDS betroffen sind, zu helfen - denen, die ihre Eltern verloren haben, ein neues Zuhause zu schaffen und denen, die selbst krank sind, die bestmögliche medizinische Versorgung zu geben. Einige von Euch haben damals mit mir auch über mein Buch "Township Blues" gesprochen, in dem ich die Geschichte von Thina, die HIV-positiv ist und ihrem besten Freund Thabang, dessen Mutter an AIDS gestorben ist, erzähle. Inzwischen ist dieser Traum Wirklichkeit geworden: Durch die Unterstützung von vielen einzelnen Menschen aus verschiedenen Ländern, so wie zum Beispiel auch von Euch, und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Townships Masiphumelele (einer armen Siedlung im Süden von Kapstadt) haben wir im letzten Jahr ein Haus bauen und einen Garten und Spielplatz anlegen können. Am 1. Dezember 2002 wurde das Haus von dem berühmten südafrikanischen Friedensnobelpreisträger und Erzbischof Desmond Tutu eingeweiht (Fotos von der Einweihung aber auch anderes könnt Ihr auf unserer website: www.hokisa.co.za anschauen). Seitdem wohnen mehrere Kinder bei uns dauerhaft im Haus und kommen jeden Nachmittag rund 50 Nachbarkinder zum Spielen. Das ist besonders wichtig, damit die von AIDS betroffenen Kinder nicht ausgegrenzt werden, sondern Freundinnen und Freunde wie alle anderen Kinder auch haben. Im HOKISA Haus haben acht Menschen aus dem Township Arbeit gefunden, die sich jetzt dort um die Kinder kümmern, den Garten versorgen und zunehmend auch lernen, für den Unterhalt des Hauses selbst zu sorgen. Das ist nämlich ein zweites Ziel von HOKISA: Mit den Menschen, die bisher in Armut leben mussten (und auch darum besonders gefährdet sind, krank zu werden) gemeinsam neue Perspektiven fuer ein menschenwürdiges Leben zu entwickeln. Nichts von außen überzustülpen, sondern zusammen nach Wegen aus der Not zu suchen. Wenn Ihr nun in Kürze erneut mithelfen wollt, für HOKISA Geld zu sammeln, dann muss ich Euch im Namen nicht nur der Kinder, sondern auch aller Erwachsener bei HOKISA ganz herzlich danken! Es ist uns sehr wichtig, dass Ihr genau wisst, wem Ihr helft und was wir mit Eurem Geld anfangen. Im letzten Jahr haben wir das Haus gebaut. Jetzt geht es darum, für alle Kinder ausreichend Nahrung, Kleidung und Medikamente zu haben und das Haus mit Strom und Wasser unterhalten zu können. Lasst mich Euch ein Beispiel geben. Lasst mich Euch von Lonwabo erzählen. Lonwabo kam vor 2 Monaten zu uns. Er war noch nicht zwei Jahre, völlig abgemagert und voller Entzündungen auf der Haut. Am traurigsten war, dass er seit dem Tod seiner Mutter bei allen möglichen Verwandten herumgereicht worden war – und nun immer nur schrie, wenn ein ihm unbekannter Mensch in seine Nähe kam. Eine Tante brachte ihn zu uns und sagte, dass sie nicht mehr für ihn sorgen könne, da sie selbst nicht genug zu essen habe. Da saß Lonwabo nun und schrie und wollte nichts essen und von niemand angefasst werden. Ganz, ganz langsam nur fasste er Vertrauen zu den anderen Kindern und Erwachsenen. Wenn Ihr heute Lonwabo sehen könntet – er ist nicht wieder zu erkennen! Er hat über 2 Kilo zugenommen, hat ein kleines Lieblingsdreirad und seit der Feier zu seinem 2. Geburtstag hat er auch keine Angst mehr vor dem Blitzlicht eines Fotoapparats. Er muss noch immer Medikamente gegen Tuberkulose bekommen, aber die Hautkrankheit ist so gut wie verschwunden. Und er lacht und malt tolle Bilder mit Fingerfarben. Und alle nennen ihn bei seinem neuen Spitznamen: Lolo! Wenn Ihr also Euren Sponsorenlauf und andere Aktivitäten macht, dann helft Ihr ganz konkret, dass Lolo weiter bei uns bleiben kann. Und vielleicht lernt Ihr durch die Beschäftigung mit ihm und den anderen Kindern bei HOKISA auch viel über die weite Welt und dass sie ein guter Ort sein kann, wenn wir miteinander lernen und spielen können. Ich hoffe, Euch bei meinem nächsten Besuch an Eurer Schule ein paar Fotos von Lolo zeigen zu können. Und natürlich vom Haus und den anderen Kindern. Nochmals vielen Dank und herzliche Grüße aus Kapstadt, Lutz Dr. Lutz van Dijk Co-Direktor von HOKISA in Suedafrika
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||