Heimatmuseum und Schule

 

 
 

 

Im Zentrum der, an der Hauptstrasse des alten Kirchdorfs im niedersächsischen Ammerland, findet man das Heimatmuseum.

In raschem Wechsel bietet es den Besuchern Ausstellungen zu den Bereichen

  • Kulturgeschichte
  • Alltagsgeschichte
  • und zum regionalen künstlerischen Schaffen.

Im Aufbau befindet sich ein zusätzlicher Museumsbereich, in dem in Dauerausstellungen die Geschichte der Bauerschaften des Dorfes gezeigt wird. Das Museum zeigt Ihnen nach Schmiede, Stellmacherei und Tischlerei demnächst auch eine Schuhmacherwerkstatt. Alle stammen aus dem Dorfbereich und zeigen den technischen Stand der 1920er und 1930er Jahre.

Mit Hajo Wülfrath, der von Anfang an im Museumsverein mitgearbeitet hat, ist die HRS Wiefelstede zu jeder zeit in der Lage, Führungen durch die wechselnden Ausstellungen anzubieten.

 

http://www.heimatmuseum-wiefelstede.de/

 

 

Das Erbe der Sonnensucher

 

Auf den Spuren der WISMUT

 
Auf den Spuren der WISMUT  - Eine Ausstellung von Ulrich Kropp  - 7. September - 12. Oktober 2008

Eine komplett neue Landschaft schufen in rund einem Jahrzehnt die Gestalter der Bundesgartenschau 2007 um das thüringische Ronneburg.
Was sie vorgefunden hatten, war eine geschundene Landschaft, eine der größten Umweltkatastrophen der Erde: Es war das Gelände des Urantagebaugeländes der WISMUT - für 40 Jahre die weltweit drittgrößte Abbaustelle für die Herstellung von Atomwaffen.
Der Ausstellungsmacher Ulrich Kropp ist der Geschichte dieses Stücks Heimat in Deutschland nachgegangen.

1945: Drei Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges macht Stalin die Suche nach atomwaffenfähigem Uran zwischen Erzgebirge und Thüringer Schiefergebirge zur Chefsache. Als Sieger und Besatzer entdecken sowjetische Geologen 27 wichtige Uranerzlagerstätten. Eine der bedeutendsten wird jene nahe der kleinen thüringischen Stadt Ronneburg. Ein Geflecht aus Desinformation, Geheimnis, Glorifizierung und Propaganda wird mehr als vierzig Jahre über diesem Landstrich liegen.

Die Uranförderung für die Atombewaffnung der UdSSR war eine Antwort auf die Atombombenabwürfe der USA auf Hiroshima und Nagasaki:
Uran um jeden Preis zur Absicherung des nuklearen Gleichgewichts während des Kalten Krieges. Was jedoch für eine halbe Million Bergleute und ihre Familien Teil der eigenen Biografie war, bleibt für die meisten Besucher der Wismut-Region bis heute eine geheimnisvolle Terra incognita.

Die Vernachlässigung des Arbeitsschutzes und der Strahlenschutzmaßnahmen für die als “Sonnensucher” glorifizierten WISMUT-Bergleute sowie rigorose Eingriffe in die Umwelt der dicht besiedelten Regionen Sachsens und Thüringens kennzeichneten die Anfangsjahre des Wismut-Bergbaus, bis schließlich 1990 in der Folge des Niedergangs von DDR und Sowjetunion im Ronneburger Revier der Uranerzbergbau eingestellt wird. Wenige Monate später verpflichtet die Bundesregierung die neu gegründete WISMUT GmbH, alle Anlagen des Bergbaus und der Aufbereitungsbetriebe stillzulegen, zu demontieren und wegen der radioaktiven Kontamination zu sanieren.

Die Ausstellung portraitiert die Entstehung einer geschundenen Landschaft mit ihrer strahlenden Erblast mitten in Deutschland und damit eine der größten Umweltkatastrophen der Erde. Ulrich Kropp hat dieses Stück Heimatgeschichte in den historisch-politischen Zusammenhang gestellt. In einem umfangreichen Film-Begleitprogramm kommen auch die Menschen zu Wort, die mit Würde, Stolz und Trauer auf 40 Jahre ihres Leben zurückblicken: WISMUT-Bergleute und auch jene, die es auch zu DDR-Zeiten wagten, sich für den Umweltschutz einzusetzen.
(zitiert nach : www.heimatmuseum-wiefelstede.de

 

Die Entstehungsgeschichte des Museums

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Klassenlehrerin Heidy Wienekamp

 

 

 

 

Steuerfreier Schnaps nur für Bergleute

 
 

Neunte Klassen stürmen Ausstellung

HEIMATMUSEUM „Das Erbe der Sonnensucher“ von Ulrich Kropp vor Ende noch einmal dicht bevölkert

 

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Die Schüler der Klasse 9a der Haupt- und Realschule Wiefelstede sahen sich die Ausstellung im Heimatmuseum an. Am Wochenende ist sie zum letzten Mal zu sehen. BILD: CLAUS STÖLTING Bild vergrößern

DIE HAUPT- UND REALSCHULKLASSEN INFORMIEREN SICH ÜBER DEN URANERZTAGEBAU IN DER EHEMALIGEN DDR. NOCH BIS FREITAG BESUCHEN FÜNF KLASSEN DAS MUSEUM.

VON CLAUS STÖLTING

WIEFELSTEDE - Dicht bevölkert ist derzeit und noch bis Freitag, 10. Oktober, das Wiefelsteder Heimatmuseum an der Hauptstraße – und darüber dürfte sich nicht zuletzt Lehrer Ulrich Kropp aus Rastede freuen.

Noch bis Sonntag ist dort seine Ausstellung „Das Erbe der Sonnensucher“ zu sehen, in der Kropp – wie bereits berichtet – auf den Uranerztagebau in der ehemaligen DDR durch die „WISMUT“ und die anschließenden Sanierungsbemühungen des wieder vereinigten Deutschlands informiert. Alle fünf neunten Klassen der Haupt- und Realschule Wiefelstede durchlaufen seit Mittwoch die Ausstellung. Schulleiter Hans-Joachim Wülfrath: „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen mehr über die Altlasten der DDR wissen“.

Die älteren Jahrgänge der Schule ab Klasse acht machen in der Regel auf diesem Weg erstmals Bekanntschaft mit dem Heimatmuseum, sagt Wülfrath. In diesem Jahr und mit der gegenwärtigen Ausstellung geht es dem Schulleiter darum, den Schülern Wissen darüber zu vermitteln, wie in der ehemaligen DDR mit Menschen umgegangen wurde und welche ökologische Schuld der Staat auf sich geladen hatte.

Im Vorfeld des Ausstellungsbesuchs hatten alle neunten Klassen den Dokumentarfilm „Erinnerung an das Ronneburger Revier“ in der Schule gesehen. Der Film ist Teil eines ganzen Dokumentarfilm-Programms, das Ulrich Kropp für die Ausstellung zusammengestellt hatte.


Am Mittwochvormittag besuchte die Klasse 9a die Ausstellung und Lehrerin Heidy Wienekamp, die den Ausstellungsbesuch auch im Unterricht weiterverarbeiten wird, sah ein gesteigertes Interesse ihrer Schüler an dem Thema: „Da wurden noch viele interessante Fragen gestellt“.

NWZ  9.10.2008